Rz. 58
Stand: 2. A. – ET: 07/2024
Generell wird die Rechnungslegung neuerdings zunehmend als ein Instrument genutzt, um indirekt das Verhalten vieler Unternehmen zu steuern. Die EU hat dies erkannt und nutzt das Instrument beim Ausbau eines wirkungsvollen Rechtsrahmens zur gezielten Förderung nachhaltigen Wirtschaftens in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung. Das entsprechende Werkzeug dazu stellt der Lagebericht dar. Sowohl auf Europäischer Ebene (CSR-Richtlinie), als auch auf nationaler Ebene (z. B. FüPoG) werden dem Unternehmen immer mehr Berichtspflichten auferlegt, wodurch eine nachhaltige Verhaltenssteuerung angestrebt wird. Die neuste Initiative der EU stellt die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) dar, welche Unternehmen im Zuge der Umsetzung des Green Deals neue Berichtspflichten auflegen will.
Rz. 58a
Stand: 2. A. – ET: 07/2024
Zunehmend diskutiert wird in Politik und Wissenschaft, inwieweit die nichtfinanzielle Berichterstattung einen Beitrag zur Nachhaltigkeit bzw. zum Umweltschutz, namentlich zur Bekämpfung des Klimawandels und besonders des Treibhausgasausstoßes (THG-Ausstoß) leisten kann. Dazu wurde seitens der EU der sog. Green Deal initiiert, der die EU bis 2050 zur Klimaneutralität führen soll. Hierbei handelt es sich um eine von der EU-Kommission erarbeitete Wachstumsstrategie, durch die in der EU eine moderne, ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft etabliert werden soll. Das übergeordnete Ziel des europäischen Grünen Deals besteht darin, die Netto-Treibhausgasemissionen in der EU bis zum Jahr 2050 auf null zu reduzieren. Aktuell beruht diese Berichterstattung primär auf der Anwendung des sog. Greenhouse Gas-Protocol (GHG-Protokoll). Es unterteilt die Emissionen in drei Bereiche (scopes): Bereich 1 mit direkten Emission...