Prof. Dr. Ronald Gleich
, Prof. Dr. Heimo Losbichler
Aufgrund der COVID-19-Pandemie kommt es weltweit zu erforderlichen Lockdowns. Durch die zeitversetzten Stillstände der Wirtschaft fällt die global abhängige Produktionskette in ein Ungleichgewicht. Die Produktion bei einzelnen Partnern auf der Supply Chain bricht zusammen. Dies hat zur Folge, dass die Produktion nachgelagerter Partner auf der Supply Chain durch fehlendes Material (Lagerbestände werden aufgebraucht, benötigte Waren stehen teilweise unter Quarantäne) ebenfalls zum Stillstand gezwungen wird. Bei einer Lockerung des Lockdowns oder der Wiederaufnahme der Produktion erhöhen sich bspw. bei vorgelagerten Partnern die Bestände, obwohl die Produktion der nachstehenden noch nicht gestartet ist. Vice versa ist die nachgelagerte Produktion von fehlenden Teilen der vorgelagerten Stufen betroffen. Diese ungewöhnliche Situation erfordert neue logistische Ansätze, die aus einer Kombination des An- und Auslaufmanagements (engl. Ramp-up- und Ramp-down-Management) hergeleitet werden sollen. Die Komplexität besteht in der Asynchronität der Wertschöpfung; neben dem Hochlauf der Supply-Chain-Prozesse ist auch der Wiederaufbau von Partnern notwendig.
Das Controlling, bzw. genauer gesagt das Produktionscontrolling hat hierzu mithilfe von Simulationen interne und externe kapazitive Anforderungen, die richtigen Startzeitpunkte der Zulieferung sowie die Abläufe zur Synchronisation der Supply Chains zu bewerten. Dadurch lassen sich Risiken identifizieren und in Folge entsprechende Strategien zur Gegensteuerung formulieren. Entscheidungen und Messgrößen für das Nachsteuern des Anlaufs sind im besten Fall bereits im Vorfeld erprobt worden und sichern dadurch die Resilienz im Wiederanlauf.
Ob bei Inbetriebnahme einer Fabrik, dem Anlaufmanagement für neue Standorte, der Einführung einer ...