Prof. Dr. Ronald Gleich
, Manfred Blachfellner
Hauptmerkmale dieses Servitization-Schrittes hin zum integrierten Lösungsanbieter sind, dass Nutzen und Mehrwert durch die Services entstehen. Verkauft werden Dienstleistungen. Dabei bleiben die Produkte im Eigentum des Herstellers. Wesentliche Teile der Wertschöpfungskette werden gemeinsam mit Partnern erbracht, die integraler Bestandteil des Kundenprozesses sind. Laptophersteller, die über ihre Full-Services hinaus einen App-Store anbieten, wie z. B. Apple, schaffen ein Eco-System, in dem Kunden, Partner und Unternehmen gemeinsam Mehrwerte schaffen und jeder an der Wertschöpfung partizipiert.
Abb. 26: Rollen und Aufgaben im Controlling – Schritt 3: Anbieter von Integrierten Lösungen
Damit ändert sich das Geschäftsmodell grundlegend. Controller begleiten und treiben in dieser Phase den Wandel des Geschäftsmodells aktiv voran und sollten dies nicht ausschließlich den produkt- und servicenahen Funktionseinheiten überlassen. Ausgehend vom Markt- und Wettbewerbsumfeld sind Kunden und Partner so einzubeziehen, dass daraus nachhaltige Geschäftsmodelle und -prozesse entstehen. Der Langfristaspekt von Geschäftsbeziehungen wird zunehmend wichtiger. Auch die Risiken gilt es im Blick zu haben. Sie müssen sich rechnen; immerhin wird bei integrierten Lösungen ein Teil des Absatzrisikos vom Kunden auf den Hersteller verlagert. Insbesondere die traditionelle Planung und Kostenrechnung, die auf Basis der Absatzmengen über die Stückkostenallokation bisher für schlanke und effiziente Controlling-Methoden sorgten, steht auf dem Prüfstand. Bei der Servitization bilden die Service-Prozesse sowie die Einhaltung von Service-Level-Agreements in Kombination mit einer nutzungsabhängigen Bepreisung den Mittelpunkt der Umsatz- und Kostenplanung. Dazu ist die Kostenstellen-Sicht durch ein Prozesscontr...