Prof. Dr. Ronald Gleich
, Manfred Blachfellner
Diesen Chancen stehen jedoch auch Herausforderungen gegenüber, die insbesondere auf der Notwendigkeit zur Veränderung des Controllings als Reaktion auf diese neuen Geschäftsmodelle basieren. Dies betrifft speziell die Kostenrechnung, da die Einführung von Produkt-Service-Systemen, wie in den Schritten 1 und 2 des Servitization Wachstumsmodells (s. Abb. 2) skizziert, die Berechnung der Kosten und damit die Ertragsermittlung für das Endprodukt erschwert. So müssen neue Methoden und Instrumente geschaffen werden, die es erlauben, sowohl zwischen den einzelnen Kostenobjekten Produkt und Service als auch zwischen deren jeweiligen Kostentreibern zu unterscheiden. Dies bedingt schließlich eine Neuausrichtung des Controllings und somit auch der Kosten- und Erlösrechnung in diesem neuen Geschäftsmodell. Abb. 20 fasst die Fragen zusammen, die sich im Rahmen der Transformation zur Servitization für die einzelnen Bereiche des Controllings, der Kostenrechnung und der Kostentreiber ergeben.
Abb. 20: Herausforderungen durch Servitization
Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass die Servitization zwar einerseits den Leistungsumfang des Anbieters durch die Erweiterung des Produktangebots um die Dienstleistungskomponente steigert (s. Abb. 2). Andererseits kommt es so jedoch unter Umständen auch zu höheren Kosten für Kunden, die teilweise auf Ablehnung stoßen können. So besteht nicht nur die interne Herausforderung zur Anpassung des Controllings sowie der Kosten- und Erlösrechnung, sondern auch das Risiko der mangelnden Kundenakzeptanz aufgrund höherer Kosten.
Hinzu kommen insbesondere Herausforderungen, die aus der Immaterialität und Integrativität der Leistungen resultieren. Unter Immaterialität des Dienstleistungsergebnisses wird die fehlende sinnliche bzw. physische Wahrnehmbarkeit de...