Dipl.-Ing. Cornelia von Quistorp
Das Auftreten des Hepatitis-A-Erregers ist eng an die hygienischen Verhältnisse vor Ort gekoppelt. Das Virus ist in Ost- und Südosteuropa und v. a. in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika weit verbreitet.
Im Norden und Westen Europas sowie in Nordamerika ist der Infektionsdruck gering, aber es kommt auch hier immer wieder zu Krankheitsausbrüchen mit Folgeinfektionen, häufig durch Einschleppung (Auslandreisen, Lebensmitteltransport).
Eine Ansteckung erfolgt immer fäkal-oral, d. h., der Erreger wird von infizierten Personen mit dem Stuhl ausgeschieden und oral aufgenommen:
- über Lebensmittel, die durch Abwässer, Fäkaldüngung oder fehlende Lebensmittelhygiene kontaminiert werden (besonders Muscheln und andere Meeresfrüchte, Wasser/Eis, Obst und Obstsaft, Salate, Gemüse usw.);
- durch infizierte Personen, die das Virus bei mangelnder Hygiene über Hände und weitere Kontaktflächen verbreiten (sog. Schmierinfektion).
Erschwerend kommt hinzu, dass das Virus recht stabil ist und z. B. Temperaturen von 60 ºC bis zu 60 Minuten aushält oder auch im angetrockneten Zustand länger infektiös bleibt.
Die Infektion verläuft in den allermeisten Fällen harmlos und unspezifisch. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 7 Wochen treten häufig grippeähnliche Symptome und Verdauungsbeschwerden auf, selten Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und/ oder der Augäpfel). Oft bleibt die Infektion aber auch unbemerkt, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Da die Infizierten trotzdem als Ausscheider Viren übertragen können, ist die Erkennung und Aufklärung eines Infektionsgeschehens schwierig.
Eine auf den Erreger gerichtete Therapie ist nicht möglich, die Krankheit heilt in aller Regel innerhalb von wenigen Wochen, selten Monaten, folgenlos ab und muss lediglich bei Bedarf auf die Symptome bezogen behandelt werden...