9.1 Biodiversitätsverlust
Die weltweiten Tierbestände haben sich seit 1970 um 69 % reduziert (Abb. 13). Die Gründe hierfür sind unter anderem der Klimawandel sowie der vermehrte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern. Die Rückgänge der Artenvielfalt sind regional und artenspezifisch verschieden, jedoch sind auch innerhalb der Europäischen Union deutliche Rückschritte zu erkennen. Innerhalb der letzten 40 Jahre ist der Anteil der wild lebenden Arten dort um mehr als 60 % zurückgegangen. Gründe hierfür sind unter anderem die Zerstörung natürlicher Lebensräume und die Umwandlung von Landflächen in Nutzflächen (beispielsweise durch die Ausbreitung städtischer Gebiete), der Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien, die Belastung der Meere, Wilderei sowie die sich erhöhenden Schadstoffbelastungen. Hinzu kommt, dass die Erderwärmung die Reduktion der Artenvielfalt beispielsweise durch zunehmende Naturkatastrophen vorantreibt. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass 41 % der Säugetiere ihren natürlichen Lebensraum verlieren könnten, sollte sich die Erde bis 2050 um 3 °C erwärmen.
Abb. 13: Globaler Living Planet Index. Rückgang der Artenvielfalt von 1970 bis 2018. In Anlehnung an: WWF, 2022.
UN-Weltnaturkonferenz
Der Erhalt der Biodiversität ist daher ein zentraler Bestandteil der Klimastrategie vieler Staaten. Im Dezember 2022 fand die 15. UN-Weltnaturkonferenz statt (Convention on Biological Diversity Conference of the Parties – CBD COP), bei der neue globale Vereinbarungen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Biodiversität getroffen wurden. Die 15 an der CBD COP beteiligten Staaten haben sich darauf verständigt, dass der Verlust der Biodiversität bis 2030 gestoppt werden soll. Die Zielsetzungen umfassen unter anderem, mindestens 30 % der weltweiten Landes- und Meeresfläche u...