Da Menschen rund 20 Stunden pro Tag in Gebäuden verbringen, ist die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden ein integraler Bestandteil einer ganzheitlich orientierten Nachhaltigkeitsstrategie. Sick-Building Syndrom hat sich innerhalb der letzten Jahre als Begriff für gesundheitsschädigende Immobilien etabliert. Gründe hierfür sind schlechte Innenraumluftqualitäten, die Verwendung von gesundheitsschädlichen Bestandteilen in der Innenraumausstattung sowie Störquellen wie Lärm oder Feinstaub. Dies kann zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder Augen- sowie Hautreizungen führen. Neben gesundheitsschädlichen Auswirkungen wird eine Verschlechterung der Produktivität beobachtet. Die Sicherstellung von Gesundheit und Wohlbefinden sollte daher in Green Leases von Wohn- und Gewerbeimmobilien thematische Einordung finden.
11.1 Innenraumqualität
Über 90 % der Lebenszeit verbringt der Mensch in Innenräumen. Da die Ausstattung und Gestaltung der Innenraumqualität häufig nicht im Anwendungsbereich des Gebäudenutzenden liegen, sollten insbesondere Vermietende und Mietende kooperativ auf gesundheitsfördernde Maßnahmen und die Verbesserung von Innenraumqualitäten achten. Hierdurch lassen sich der Krankenstand verringern und die Produktivität der Mitarbeitenden steigern.
11.1.1 Gesundheitsschädigende Materialien
Die Verwendung von gesundheitsschädlichen Materialien, beispielsweise die Verwendung von Produkten mit toxischen Inhaltsstoffen, sind ein hohes Krankheitsrisiko für Mietende und Mitarbeitende. Phthalate, die häufig als Weichmacher für Bodenbeläge oder Tapeten verwendet werden, können hormonelle Auswirkungen haben, die für die Bewohner einer Immobilie nachweislich Atemwegserkrankungen, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) oder fortpflanzungsgefährdende Auswirkungen hervorrufen können. Da Weichmacher ausdünsten, werden si...