Die Grundlage des Fehlzeitenmanagements ist die kontinuierliche Erfassung der Fehlzeiten und Zuordnung in die Kategorien Erkrankungen, Unfälle und Sonderfälle (z. B. Sonderurlaub).
Die Erfassung von Fehlzeiten in der EDV ermöglicht neben aktuellen Betrachtungen (Fehlzeiten aktueller Monat/aktuelles Jahr) auch Vorjahresvergleiche, Abteilungsvergleiche und Differenzierungen nach Dauer, Häufigkeit und Zeitpunkt. In der Kombination Dauer (i. d. R. Anzahl Fehltage oder Fehlstunden) und Zeitpunkt (z. B. montags) können bestimmte Verhaltensmuster aufgedeckt werden. Bei Mitarbeitern mit Motivationsproblemen, aber auch bei Suchterkrankungen lassen sich z. B. häufig Kurzzeiterkrankungen von nur einem Tag erkennen, in der Regel montags. Im jahreszeitlichen Verlauf lässt sich mitunter auch eine Erkältungs-/Grippewelle erkennen. So weist z. B. der Februar bundesweit immer die höchsten Krankenstände auf. Im Gegensatz dazu zeigen sich in den Sommermonaten Juli und August die niedrigsten Krankenstände, bedingt u. a. auch durch die Urlaubszeiten.
Klassische Fehlzeitenkennzahlen, wie der prozentuale Krankenstand, können in kleinen Abteilungen schnell zu Verzerrungen führen. Eine Abteilung mit nur 2 Beschäftigten erreicht beispielsweise bereits bei einem einzigen erkrankten Mitarbeiter einen Krankenstand von 50 %. Daher ist es essenziell, relative Vergleichsgrößen zu berücksichtigen, wie die Betroffenenquote, also die Anzahl der erkrankten Mitarbeiter pro Abteilung oder die durchschnittliche Erkrankungshäufigkeit pro Person. Weiterhin sollte die Unterscheidung zwischen kurz- und langfristigen Ausfällen erfolgen oder auch der Zusammenhang zu Unfällen, (differenziert nach Wege- und Arbeitsunfällen, bzw. meldepflichtig und nicht-meldepflichtig).