Spätestens seit der Corona-Pandemie gehören auch digitale Unterweisungen zum Alltag im Arbeitsschutz. Dabei wird zwischen Live-Unterweisungen, die Interaktion wie Zwischenfragen erlauben, und Videosequenzen, die ein Thema vorstellen und mit abschließenden Verständnisfragen den Lernerfolg prüfen, unterschieden. Diese Formate eignen sich für viele Themen der Arbeitsmedizin wie der Ergonomie am Arbeitsplatz, Hygiene und Infektionsschutz, Hautschutz und Einsatz persönlicher Schutzausrüstung, Erste Hilfe, allgemeine Fragen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und viele Themen der Gesundheitsförderung. Eine wertvolle Ergänzung stellen arbeitsmedizinische Aspekte dar, die im Rahmen der allgemeinen jährlichen Unterweisung der Mitarbeitenden oder bei Gefahrstoffunterweisungen durch Führungskräfte oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit persönlich vom online zugeschalteten Betriebsarzt erläutert werden. Dies ermöglicht z. B. beim Umgang mit Gefahrstoffen die akute und chronische Toxizität aus medizinischer Sicht zu erläutern und zu betonen.
Digitale Medien sind aus dem Lehrprozess heute nicht mehr wegzudenken und die Vielfalt elektronischen Lernens bietet viele Vorteile wie Zeit- und Ortsunabhängigkeit, Benutzerfreundlichkeit, individuell anpassbare Inhalte und Lerntempos, standardisierte Qualität, Interaktivität, häufig Mehrsprachigkeit und oft Kostenersparnis. Sie wiegen die Nachteile wie die erforderliche Sicherheit beim Umgang mit technischen Medien, die Selbstdisziplin und Motivation, die manchmal fehlende Möglichkeit für Rückfragen und die damit verbundene ermüdende Bildschirmarbeit meist auf und stellen eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Methoden der Wissensvermittlung dar.