Nach der Identifikation der relevanten Lieferanten stellt sich nun die Frage, in welcher Reihenfolge diese in das Supplier-Engagement-Programm eingebunden werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, schrittweise zu lernen, Prozesse kontinuierlich zu verbessern und frühzeitig erste Erfolge sichtbar zu machen.
In der ersten Phase, typischerweise in den ersten 3 bis 6 Monaten, steht ein Pilot- und Lernansatz im Vordergrund. Gestartet wird mit einer kleinen Gruppe von etwa fünf bis zehn besonders reifen und engagierten Lieferanten, zum Beispiel solchen, die bereits Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen oder eigene Klimaziele verfolgen. Diese Lieferanten dienen als Referenz- und Lernpartner. Ziel dieser Phase ist es, Prozesse zu testen, Erfahrungen zu sammeln und Vorlagen, Fragebögen sowie digitale Tools zu optimieren. Gleichzeitig wird analysiert, welche Daten leicht zu erheben sind, wo Lieferanten auf Schwierigkeiten stoßen und welche Schulungsbedarfe tatsächlich bestehen.
In der zweiten Phase, zwischen dem 6. und 12. Monat, erfolgt die Ausweitung auf weitere Tier-1-Lieferanten mit einem hohen Emissionsbeitrag. Dabei handelt es sich häufig um strategisch wichtige Lieferanten, die allerdings weniger gut auf Nachhaltigkeitsthemen vorbereitet sind als die Pilotgruppe aus der ersten Phase. In dieser Phase liegt der Fokus auf gezielter Unterstützung, auf die priorisierten Lieferanten maßgeschneiderten Workshops und einem engen Austausch zwischen Verantwortlichen aus dem Einkauf, Sourcing, Supply Chain Management und der Verantwortlichen der Lieferanten. Ziel ist es, dass ein hoher Anteil (70-80 %) der relevanten Tier-1-Lieferanten erste belastbare Basisdaten zu ihren Emissionen bereitstellen.
Die dritte Phase, typischerweise zwischen dem 12. und 18. – 24. Monat, dient der Skalierung der...