Dipl.-Kfm. Thorsten Steinhardt
Kennzahlen sind ein zentrales Steuerungsinstrument in unternehmerischen Entscheidungs-prozessen und spielen insbesondere im Sanierungscontrolling eine wichtige Rolle. Sie übernehmen eine Frühwarnfunktion, indem sie frühzeitig auf finanzielle Engpässe oder drohende Covenant-Verstöße hinweisen. Die zeitliche Entwicklung dieser Kennzahlen liefert wertvolle Einblicke in den Fortschritt der Sanierung und dient als Maßstab für die Wirksamkeit geplanter Maßnahmen. Ziel ist die systematische Steuerung und Überwachung des Sanierungsprozesses, um die Erfolgsaussichten der eingeleiteten Schritte zu sichern. Dabei werden Kennzahlen genutzt, um die wirtschaftliche Lage des Unternehmens laufend zu analysieren und zu bewerten Die Sanierungskennzahlen lassen sich hierfür in Liquiditäts-, Ertrags-, Struktur- und Risikokennzahlen unterscheiden (Abb. 2 und Abb. 3). Neben der Erfolgskontrolle unterstützen Kennzahlen auch die fundierte Entscheidungsfindung. Sie helfen, Schwachstellen im Unternehmen zu identifizieren, den Einfluss von Restrukturierungsmaßnahmen zu messen sowie Liquidität und Rentabilität im Blick zu behalten. Durch das frühzeitige Erkennen von Risiken und Chancen ermöglichen sie ein proaktives Eingreifen und tragen wesentlich zur effektiven Steuerung des Sanierungsprozesses bei.
Abb. 2: Sanierungskennzahlen.
EBITDA und EBITDA-Marge
Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) ist eine zentrale Kennzahl zur Messung der operativen Ertragskraft eines Unternehmens. Es stellt das operative Ergebnis dar, bereinigt um Finanzierungsaufwand, Steuern sowie Abschreibungen, und ermöglicht so eine objektive Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unabhängig von der Kapitalstruktur und steuerlichen Rahmenbedingungen. Die EBITDA-Marge, also das Verhä...