Dipl.-Biol. Bettina Huck, Dr. Josef Sauer
Zusammenfassung
Der nachfolgende Beitrag will insbesondere für KMU mit einem Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 aufzeigen, dass das Thema betriebliche Gesundheit mit relativ geringem Aufwand in bestehenden Prozessen berücksichtigt werden kann. Eine systematische Vorgehensweise erleichtert die Zusammenarbeit der Akteure im Unternehmen. Gesetzliche Forderungen zu Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten können erfüllt, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten werden. Dies gewinnt vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl älterer Belegschaften, von Fachkräftemangel und Ausfallzeiten durch psychische Erkrankungen zunehmend an Bedeutung.
1 Gesundheit und ISO 9001
Der Arbeitgeber muss Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gewährleisten und eine Verbesserung anstreben (§ 3 ArbSchG). Die sinkende Zahl von Arbeitsunfällen deutet darauf hin, dass die meisten Unternehmen in puncto technischem Arbeitsschutz gut aufgestellt sind. Der Aspekt Gesundheit wird dagegen noch häufig vernachlässigt.
Besonders in KMU suchen Verantwortliche nach einer geeigneten Vorgehensweise, um das Thema Gesundheit systematisch zu bearbeiten. Es bleibt sonst oft bei einmaligen Aktionen wie dem jährlichen Gesundheitstag oder dem fast schon in Verruf geratenen Obstkorb.
Ist bereits ein Qualitätsmanagementsystem z. B. nach ISO 9001 eingerichtet, können bestehende Prozesse um das Thema Gesundheit ergänzt werden. Die Zusammenarbeit von Führungsverantwortlichen, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und Personalverantwortlichen im Unternehmen wird dadurch verbessert.
Die ISO 9001:2015 liefert direkte Anknüpfungspunkte an das Thema Gesundheit. Dies wird im Folgenden beispielhaft anhand der Abschnitte Führung und Unterstützung aufgezeigt.
1.1 Führung (Kap. 5)
Die Qualitätsnorm fordert,
- dass die erforderlichen Ressourcen für das QM-System zur Ver...