Im Jahr 2023 wurden rund 72 % der Heizungsanlagen in Deutschland mit Erdgas oder Öl betrieben. Im Vergleich zum Jahr 2019 ist der Anteil dieser fossilen Energieträger nur geringfügig zurückgegangen, wie Abbildung 27 zeigt. Etwas mehr als 15 % der Wohnungen werden aktuell mit Fernwärme versorgt. Eine deutliche Steigerung ist bei Elektro-Wärmepumpen zu verzeichnen. Wurden 2019 etwas mehr als 2 % der rund 42 Mio. Wohnungen in Deutschland mit einer Wärmepumpe beheizt, so hat sich der Anteil innerhalb von fünf Jahren auf 5,7 % nahezu verdreifacht.
Abb. 27: Verteilung der in Deutschland genutzten Heizungssysteme (in %)
In Deutschland sind Warmwasser-Zentralheizungen das am weitesten verbreitete Heizungssystem, sie kommen in fast 90 % aller Wohngebäude zum Einsatz. Nur knapp 7 % des deutschen Wohnungsbestands werden mit dezentralen Heizungen beheizt, zum Beispiel mit Etagenheizungen oder Einzelöfen. Deshalb wird im folgenden Abschnitt ein Schwerpunkt auf Warmwasser-Zentralheizungen gelegt, die Nutzenergie in Form von Raumwärme und Brauchwarmwasser erzeugen. Bei Wohngebäuden liegt der Energiebedarf für die Bereitstellung von Raumwärme mit ca. 85 % deutlich über dem für die Erzeugung von Warmwasser (ca. 15 %).
In ihrer Leistung sind Warmwasser-Zentralheizungen so auszulegen, dass eine Rauminnentemperatur von durchschnittlich 20 °C bei Außentemperaturen von bis zu –16 °C gewährleistet werden kann. Das im Gebäude benötigte Brauchwarmwasser wird in der Regel mit dem gleichen Wärmeerzeuger aufgeheizt. Damit auf das warme Wasser jederzeit und unmittelbar zugegriffen werden kann, steht es in einem Warmwasserspeicher bereit, dessen Volumen abhängig von der Größe und Nutzung des Gebäudes auszulegen ist. Das klassische Heizungssystem besteht aus Brenner, Heizkessel, Warmwasserspeicher, R...