Dr. Peter Schentler
, Prof. Dr. Martin Tschandl
Im Zusammenhang mit der Versorgung eines Unternehmens mit den benötigten Produktionsfaktoren werden Begriffe wie Einkauf, Beschaffung, Materialwirtschaft, Beschaffungslogistik oder Supply (Chain) Management verwendet. Die Definitionen überschneiden bzw. widersprechen sich teilweise, die Aufgaben und Ziele sind unterschiedlich definiert und abgegrenzt. Im vorliegenden Beitrag wird der Begriff Beschaffung verwendet; darunter werden alle strategischen wie auch operativen Tätigkeiten subsumiert, die auf die Bereitstellung der zur Erfüllung der unternehmerischen Aufgaben notwendigen (Beschaffungs-)Objekte – Sachgüter, Materialien, Dienstleistungen, Rechte, Information und Energie – abzielen, über die ein Unternehmen nicht selbst verfügt.
Beschaffung im engeren Sinn
Dabei handelt es sich um die Beschaffung ‹im engeren Sinn›. Im weiteren Sinn umfasst die Beschaffung die Versorgung des Unternehmens mit allen Produktionsfaktoren, also auch Personal und Finanzmittel.
2.1 Große Hebelwirkung auf Gewinn und Rentabilität
Die Bedeutung des Beschaffungscontrollings korreliert mit der Bedeutung der Beschaffung und diese wiederum mit ihrem Beitrag zum Unternehmenserfolg. In vielen Branchen ist der Beschaffung ein bedeutender Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette zuzuschreiben, bewirken doch Kostenoptimierungen in diesem Bereich eine enorme Hebelwirkung auf das Unternehmensergebnis. Die Kosten- und teilweise auch Nutzenaspekte können anhand des ROI-(Return-on-Investment-)Schemas vereinfacht dargestellt werden (s. Abb. 1).
In der Grafik zeigen die Zahlen in den dunklen Ellipsen ein Beispiel: 1.000 Geldeinheiten Umsatz führen bei 70 % variablen Kosten (am Umsatz, davon 60 % Materialzukauf) und 25 % Fixkosten zu 50 Einheiten Gewinn und somit zu 5 % Umsatzrentabilität bzw. 10...