Reinhard Bleiber
, Hans-Peter Stiemer
Im strategischen Bereich ist im Beschaffungssektor an den Einsatz folgender Controllinginstrumente zu denken:
- Gap-Analyse,
- Portfolio-Technik,
- Supply-Chain-Management-Controlling (SCM-Controlling)
Außerdem müssen die Auswirkungen von strategischen Entscheidungen im Einkauf durch das Controlling überwacht werden. Ein Beispiel ist das Supply Chain Management, das eine enge digitale Verbindung mit den Lieferanten voraussetzt. Hier entstehen hohe Kosten, die durch die versprochenen Vorteile gerechtfertigt werden müssen.
3.1 Gap-Analyse (Lückenanalyse)
Mit ihrer Hilfe wird versucht, die bestehenden, oftmals unbewusst verfolgten, strategischen Beschaffungsziele transparent zu machen. Dazu stellt man in der Regel zwei, manchmal auch mehrere Entwicklungslinien (verfügbares Material, künftig erforderliches Material . . .) graphisch gegenüber. Die Entwicklungslinien werden dabei von der Gegenwart bis zu einem noch überschaubaren Zeitpunkt in der Zukunft dargestellt. Dabei ergibt sich z.B. eine strategische Versorgungslücke dadurch, dass langfristig mehr Materialien benötigt werden als tatsächlich verfügbar sind.
3.2 Portfolio-Technik
Oftmals im Bereich des Marketing angewandt, erfährt diese Matrixtechnik zunehmend Anwendung in anderen Segmenten, so auch dem Beschaffungssektor.
Erkennungsmerkmal der Portfolio-Technik ist die Matrix. Voraussetzung ihrer Anwendung ist das Vorhandensein einer nach strategischen Geschäftseinheiten (SGE) ausgerichteten Organisation. SGEs können einzelne Produkte, Produktgruppen oder ganze Profitcenter sein.
Für den Beschaffungsbereich könnten z.B. die zu untersuchenden Dimensionen wie folgt aussehen:
| Eigene Unternehmensstärke ←→ Stärke des Lieferanten |
Legt man eine Vierfeldermatrix zugrunde (niedrige Unternehmensstärke, hohe Lieferantenstärke/niedrige Unternehmensstärke, niedrige Lieferantenstärke/hohe Unterneh...