André Häusling
, Jennifer Rolle
2.5.1 Stories identifizieren
Für Unternehmen, die sich bisher gar nicht oder nur sehr wenig mit dem Thema Agilität beschäftigt haben, lohnt es sich meistens, mit der prozessualen Dimension zu starten. Es geht darum, agile Vorgehensweisen und Prozesse der Zusammenarbeit kennenzulernen: Scrum, Kanban, Design Thinking oder andere. Hierbei ist es sinnvoll, erstmal mit einem Prototypen zu starten. Das bedeutet, ein Projekt oder einen Piloten auszuwählen, der auf eben diese andere Art und Weise durchgeführt werden soll.
Erfolgreiche erste Versuche sind noch keine Best Practices
Manche sprechen in diesem Zusammenhang bewusst von "Experiment", um damit deutlich zu machen, dass selbst ein erfolgreicher erster Versuch in einem bestimmten Kontext keine Garantie gibt, diese Erfahrung jetzt einfach auf alle ausrollen zu können und ähnlich erfolgreich damit zu sein – im Sinne eines "Best Practice". In komplexen Umfeldern sprechen wir daher auch nur noch von "Good Practices". Ein bestimmtes Vorgehen, das an der einen Stelle gut funktioniert hat, kann an einer anderen Stelle überhaupt nicht funktionieren.
Nun gilt es, einen Unternehmensbereich für einen ersten Prototypen zu identifizieren und anzusprechen. Anschließend geht es darum, die richtige Methode zu finden, die zu der Arbeit des Bereichs passt. Viele Unternehmen lassen sich bei der Identifikation von passenden Prototypen, der Methodenwahl und bei der Einführung der Methodik von externen Beratungen begleiten.
Was weiterhin recht weit vorne stehen sollte, ist die Überprüfung und ggf. Neudefinition eines zu einem agilen Unternehmen passenden Unternehmenszielbilds. Häufig geben bestehende Vision, Mission und Strategie – so sie denn existieren – wenig her, was Mitarbeitern wirklich eine Orientierung für die Selbstorganisation bieten würde. Stattdessen sind s...