Rz. 225
In den Ausführungen der amtlichen Unfallstatistiken (siehe Rdn 148 ff.) ist bereits darauf hingewiesen worden, dass die Unfallursachen Alkohol, Drogen/Medikamente und Verkehrsdelikte eine große Rolle für die Verkehrssicherheit spielen. Andererseits geht man allgemein (und auch bei den Betroffenen) davon aus, dass die Strafen und insbesondere die Entziehung der Fahrerlaubnis eine nachhaltige Wirkung auf die Verurteilten haben. Festhalten kann man aber wohl, dass Strafen u.Ä. tatsächlich keine hinreichend spezialpräventive Wirkung entfalten und die Rückfallquote in ein ähnliches Delikt vor allem für Fahrer mit Verkehrsauffälligkeiten sehr hoch ist.
Rz. 226
Die Teilnahme an einer MPU ist auf Seiten der Fahrerlaubnisbehörden und Begutachtungsstellen mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand verbunden. Für den Klienten stellen solche Maßnahmen darüber hinaus noch eine nicht unerhebliche emotionale, finanzielle und zeitliche Belastung dar, sodass sich folglich die Frage nach ihrer Wirksamkeit stellt. Um die Güte der Prognosen Medizinisch-Psychologischer Untersuchungen und ihre positive Wirkung auf die Verkehrssicherheit überprüfen zu können, werden immer wieder Studien durchgeführt.
Rz. 227
Bereits 1996 konnten Jacobshagen/Utzelmann zeigen, dass durch Medizinisch-Psychologische Untersuchungen die Rückfallquote der Alkoholauffälligen wie auch der untersuchten Fahrer mit hohem Punktestand im Verkehrszentralregister in Flensburg halbiert wird. Doch auch neuere Untersuchungen untermauern den positiven Einfluss von MPU und Kursen auf die Verkehrssicherheit und sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.
Rz. 228
Die erste Untersuchung stammt von Stephan aus dem Jahr 1984. Er untersuchte die Rückfallzahlen für alkoholauffällige Kraftfahrer nach Neuerteilung der Fahrerlaub...