Bei der Beschaffung von Waren für die Produktion oder den Vertrieb bestimmen zwei gegenläufige Kostenströme die Entscheidung über die Menge, die eingekauft oder hergestellt werden soll. Je größer diese Menge ist, desto geringer sind die Kosten der Bestellung pro Stück, da jede Bestellung fixe Kosten verursacht, die sich durch die Anzahl der gekauften Produkte teilt. Eine hohe Bestellmenge bedeutet jedoch, dass ein oft erheblicher Anteil der Waren gelagert werden muss. Dies verursacht Kosten für das Lager und die Finanzierung. Die Optimale Bestellmenge wird dann erreicht, wenn die Kosten für die Lagerung identisch sind mit denen für die Bestellung.
Es spielt keine Rolle, ob die Optimale Bestellmenge für den Einkauf von Waren oder die Herstellung von Produkten berechnet wird. In beiden Fällen bestimmt die Bestellmenge bzw. die Losgröße die Lagerkosten. Die fixen Kosten einer Bestellung enthalten bei der Produktion auch die Rüstkosten, die für die Herstellung des Loses anfallen.
Für die Berechnung der Optimalen Bestellmenge wird in den kaufmännischen Berufsschulen ebenso wie an den Universitäten ein einfache Formel gelehrt. Das Ergebnis muss jedoch unter einer Vielzahl von Prämissen betrachtet werden. So wird ein gleichmäßiger Abgang der gelagerten Waren unterstellt und sprungfixe Kosten bei der Bestellung oder in der Produktion können nicht abgebildet werden. In der Praxis liefert diese Formel dennoch in vielen Fällen ausreichende Informationen für eine richtige Entscheidung. Der Aufwand für die Beschaffung der notwendigen detaillierten Daten dürfte in der Praxis auch den Nutzen der exakteren Berechnung übersteigen.
Was bestimmt die Höhe der Bestellmenge?
Bestimmend für das Ergebnis der Bestellmengenformel sind drei Kostenblöcke:
Die Kosten, die durch eine Bestellung oder eine...