16.03.2012 | Steuern & Finanzen

Umsatzsteuer: Wer die gleiche Leistung mehrfach abrechnet, schuldet die Umsatzsteuer auch mehrfach

Wer Umsatzsteuer unberechtigt oder unzutreffend abrechnet, schuldet die zu viel ausgewiesene Umsatzsteuer. Dem Leistungsempfänger steht aus solchen Rechnungen kein Vorsteuerabzug zu. Ein weit verbreitetes Problem in der Praxis ist hier die mehrfache Abrechnung ein und derselben Leistung.

Erteilung von Gesamtabrechnungen/Abrechnung von Fahrausweisen

Die OFD Frankfurt a.M. weist auf die typischen Fallkonstellationen hin, die für Fehler anfällig sind:

  • Die Erteilung von Gesamtabrechnungen sowie
  • die Abrechnung von Fahrausweisen.

Durch vergessene Abschlagszahlungen wird die Umsatzsteuer doppelt geschuldet

Bei der Erstellung von Gesamtabrechnungen wird häufig übersehen, dass schon Abschlags- bzw. Vorauszahlungsrechnungen mit Ausweis von Umsatzsteuer existieren. Werden diese dann nicht korrekt in der Gesamtabrechnung abgesetzt, schuldet der Unternehmer die zusätzlich ausgewiesene Umsatzsteuer.

In der Praxis tritt dieser Fehler z.B. auf bei

  • Einzel- und Monatsabrechnungen von Kurierdiensten,
  • Tankstellen und
  • zahntechnischen Laboren.

Des Weiteren sind betroffen

  • Abschlags- und Schlussrechnungen von Bauunternehmen,
  • vorläufige und endgültige Rechnungen von Autovermietern sowie
  • Monats- und Jahresabrechnungen über Leasingraten.

Reisebüros müssen beachten, dass Fahrausweise häufig selbst zum Vorsteuerabzug berechtigen. Rechnen die Reisebüros diese Fahrausweise nun ab und stellen dann nochmals Umsatzsteuer in Rechnung, ergibt sich ebenfalls zusätzliche Umsatzsteuer.

Konsequenzen für den Alltag

Das Problem ist seit langem bekannt, dennoch tritt es in der Praxis immer wieder auf; sehr zur Freude der Betriebsprüfer. Dabei ist die Lösung des Problems relativ einfach: Zur korrekten Ausgestaltung von Gesamtabrechnungen bietet der UStAE zahlreiche Beispiele, wie zu verfahren ist. Betroffene Unternehmer sollten prüfen, ob ihre Rechnungen den dortigen Vorgaben entsprechen. Reisebüros können dem doppelten Ausweis der Umsatzsteuer entgehen, indem sie Bruttorechnungen ohne Ausweis der Umsatzsteuer in Rechnung stellen, sofern die Fahrausweise schon zum Vorsteuerabzug berechtigen.

OFD Frankfurt a. M., Verfügung v. 28.10.2011, S-7300 A – 131 – St 128

Schlagworte zum Thema:  Rechnung, Umsatzsteuer, Betriebsprüfung

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