12.07.2012 | Umsatzsteuer

Vorsteuerabzug bei neu eingedeckten Dach für eine Fotovoltaikanlage

Vorsteuerabzug für Dachneueindeckung
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Betreiber von Fotovoltaikanlagen, die den mit der Anlage erzeugten Strom regelmäßig an einen Energieversorger veräußern, sind umsatzsteuerliche Unternehmer. Damit sind sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, sofern die Aufwendungen unmittelbar mit den Umsätzen aus den Stromlieferungen zusammenhängen.

Vorsteuerabzug für den unternehmerischen Nutzungsanteil

Hierzu hat der BFH nun entschieden: Im Fall einer Neueindeckung eines Hausdaches durch den Eigentümer dieses Hauses in Verbindung mit der Errichtung einer Fotovoltaikanlage sind die anfallenden Vorsteuerbeträge für ihn insoweit abziehbar, wie sie auf den unternehmerischen Nutzungsanteil des gesamten (privat genutzten) Wohnhauses entfallen.

Aufteilung der Vorsteuerbeträge an den Umsätzen zu orientieren

Dabei ist jedoch die erforderliche Aufteilung der Vorsteuerbeträge auf die Fotovoltaikanlage und die sonstige Gebäudenutzung gesetzlich nicht geregelt. Die Richter verwiesen daher auf eine entsprechende Anwendung des § 15 Abs. 4 UStG. Der Unternehmer habe den abzieh-baren Vorsteueranteil durch eine sachgerechte Schätzung zu ermitteln.

Als zulässige Kriterien für eine solche Schätzung wurde vom Gericht eine sich an Umsätzen orientierende Aufteilung der Vorsteuerbeträge empfohlen. Dabei sollen ein fiktiver Vermietungsumsatz für das Innere des Wohnhauses und ein fiktiver Vermietungsumsatz der Dachfläche gegenübergestellt werden, der sich ergäbe, wenn der Eigentümer die Dachfläche an einen Dritten zum Betrieb der Anlage vermietet hätte.

Einer Aufteilung auf Grundlage einer Gegenüberstellung von Nutzflächen dagegen erteilte das Gericht eine Absage.

(BFH, Urteil v. 14.3.2012, Az. XI R 26/11, NV)

Schlagworte zum Thema:  Umsatzsteuer, Vorsteuerabzug, Fotovoltaikanlage

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