Alle Unternehmen setzen sich Ziele – aber viele erreichen diese im Laufe eines Jahres nicht. Die drei häufigsten Ursachen dafür sind: Zu viele Ziele, nicht genau genug beschriebene Ziele, keine klaren Aktivitäten zur Realisierung der Ziele. Es gibt aber einfache Handlungsmöglichkeiten, um diese drei Ursachen zu vermeiden.

Ziele haben alle Unternehmerinnen und Unternehmer. Und ich meine wirklich „Ziele“ – und nicht gute Vorsätze. Oftmals höre ich gegen Ende eines Jahres dann aber Aussagen wie zum Beispiel „ich habe meine Ziele (wieder) nicht alle geschafft“ oder auch „das Tagesgeschäft ist mir immer wieder dazwischen gekommen“.

Es gibt eine ganze Reihe Tipps, die Ihnen dabei helfen, dass Sie nicht Ende 2017 ähnliche Sätze sagen werden oder sagen müssen.

Ziele sammeln, bewerten und Prioritäten festlegen

Ihnen gehen immer wieder Ideen für Ziele für Ihr Unternehmen durch den Kopf. Empfehlung: Legen Sie einen Zettel auf den Schreibtisch oder ein Dokument auf PC oder Smartphone an und halten Sie diese Zielideen immer sofort fest – sammeln Sie einfach eine gewisse Zeit. Dabei können Sie bereits unterscheiden, ob es sich um Ziele für Ihr Unternehmen oder private Ziele handelt oder um solche, die Sie nicht genau diesen beiden Kategorien zuordnen können.

Dann nehmen Sie sich die Zeit, diese Sammlung zu ordnen:

  1. Nochmals getrennt nach Unternehmens-, privaten- und sonstigen Zielen auflisten.
  2. Verbindungen zwischen den Zielen prüfen und kennzeichnen in zwei Dimensionen:
    -  Ziele, die sich gegenseitig positiv beeinflussen würden
    -  Ziele, die sich widersprechen
  3. Die Ziele bewerten, wie wichtig diese für die weitere Entwicklung Ihres Unternehmens sind. Achtung: Oft lassen wir uns von dieser Betrachtung ablenken, weil sich die Themen oder Ziele in den Vordergrund drängen, die „dringlich“ sind. Vergessen Sie darüber nicht Ihre „wichtigen“ Themen: Wovon hängt eine positive weitere Entwicklung am meisten ab? Dafür einfach kennzeichnen mit Wichtigkeit 1, 2 oder 3 oder mit „+“ oder . . .
  4. Als letzten Schritt Ihre Prioritäten festlegen: Welche der jetzt auf Ihrer Liste versammelten und bewerteten Ziele sind unter den Aspekten „wichtig“ und „positive Beeinflussung anderer Ziele“ diejenigen, von denen Sie sich am meisten für Ihr Unternehmen versprechen?

Ziele und Ihre Ressourcen in Übereinstimmung bringen

Die meisten Unternehmen haben mehr priorisierte Ziele, als sie mit den bestehenden Ressourcen im Laufe eines Jahres umsetzen können.

Denken Sie beim Stichwort Ressourcen unter anderen an

  • Mitarbeiter/-innen (Anzahl, sonstige Aufgaben, Fähigkeiten, . . .)
  • Finanzielle Möglichkeiten (wenn Ihre Ziele auch einen hohen Mittelbedarf beinhalten)
  • Zeit (viele Ziele benötigen in vielen Teilschritten viel Zeit)
  • Ihre eigenen Chef/innen-Ressourcen: Wie viele Ziele (Projekte) können Sie steuern?

Denken Sie dabei an den alten Lehrsatz: Weniger ist oft mehr. Oder auf Ziele übertragen: Lieber zwei Ziele zu 100 Prozent umsetzen als zehn Ziele zu jeweils nur zehn Prozent umsetzen.

Prüfen Sie daher Ihre Prioritätenliste noch einmal und reduzieren Sie eventuell die Zahl der für 2017 vorgesehenen Ziele.

Das einzelne Ziel genau beschreiben

Das erfolgreiche Umsetzen von Zielen scheitert oft an zwei Ursachen:

  1. Es wird nicht klar vereinbart, woran gemessen werden soll, ob das Ziel erreicht ist oder leider nicht. Ziele müssen messbar sein! Bei dem Ziel „der Jahresüberschuss 2017 soll 120.000 EUR betragen“ ist das einfach. Das Ziel „ich möchte die Mitarbeitermotivation steigern“ bedarf dagegen einer zusätzlichen Angabe, woran Sie messen wollen, ob die Motivation Ihrer Mannschaft gestiegen ist.
  2. Ziele werden nur erreicht, wenn die für die Realisierung erforderlichen Aktivitäten genau beschrieben werden. Daran fehlt es oft. Es gibt dafür ein einfaches Viererschema. Legen Sie zu jeder Aktivität schriftlich und für alle Beteiligten nutzbar fest:
  • Wer – trägt die Verantwortung für die Umsetzung/das Erreichen!
    Da kann nicht immer der Name von Chef oder Chefin stehen – das werden Sie nicht packen. Welche Mitarbeiter/innen bringen für die jeweilige Aufgabe die besten Kompetenzen mit?
  • Macht was – Was ist die genaue Aufgabe? Die Erfahrung zeigt: Hier lohnt es sich, dies möglichst genau zu beschreiben.
  • Mit wem – Wer soll noch an diesem Ziel/dieser Aktivität mitarbeiten?
  • Bis wann – ist dieses Ziel erreicht/diese Aufgabe erledigt? Eine weitere Erfahrung: Je mehr Zeit (neben den täglichen Arbeiten) für das Erreichen des Ziels benötigt wird, desto wichtiger ist es, die Zielerreichung in Teil-Aktivitäten zu unterteilen.

Klären Sie mit allen Beteiligten, das alle diese vier Schritte gleich verstehen und interpretieren. Wenn Sie hier Missverständnisse zulassen, wird es schwierig mit der Zielerreichung.

Die Zielerreichung kontrollieren

Ja, das gehört dazu. Kernpunkt ist erst einmal der vierte Schritt im Aktivitätenplan „wann“. Hier sind Sie als Chefin und Chef gefragt. Wenn Ihre Mitarbeiter/-innen den Eindruck gewinnen, dass Sie hier nicht nachhaken, dann werden die Erledigungszeiten aus dem Ruder laufen.

Und dann ist es schlicht die von Ihnen festgelegte messbare Größe für das jeweilige Ziel: Mit einem Plan-Ist-Vergleich prüfen Sie regelmäßig (legen Sie entsprechende Zeitpunkte fest!), wo Sie in der Zielerreichung stehen. Und bei jedem dieser Zeitpunkte handeln Sie nach einer der beiden folgenden Möglichkeiten:

  • „Es passt.“ – Sie haben das zeitliche Teilziel erreicht: Loben Sie alle Beteiligten.
  • „Es passt nicht.“ – Sie haben eine Ziel-Lücke: Besprechen Sie mit allen Beteiligten, wo Sie „Gas geben können“, um den Rückstand aufzuholen.

Praxis-Tipp: Ziele klar definieren

Ziele werden Sie umso besser erreichen, je klarer Sie Prioritäten festlegen, je klarer Sie Ihre Ziele beschreiben und je klarer Sie die erforderlichen Aktivitäten festlegen und deren Umsetzung steuern.

Schlagworte zum Thema:  Unternehmenserfolg, Unternehmensstrategie