Die vorbereitenden Arbeiten sind abgeschlossen, der Nachfolger gefunden und der Zeitpunkt oder -raum für die Übergabe ist vereinbart. Spätestens jetzt geht es darum, festzulegen, wie die Übergabe der Firma an den Nachfolger am besten gelingen kann. Zwar gibt es kein Patentrezept, aber ein paar Regeln, die beachtet werden sollten.

Mitarbeiter offen und frühzeitig informieren

Meist hat die Belegschaft den Nachfolger bereits gesehen, z.B. bei einer Betriebsbegehung oder Gesprächen mit dem Altinhaber. Dennoch sollte der erste Schritt der Übergabe darin bestehen, den „Neuen“ allen Mitarbeitern vorzustellen und dessen Ziele zu kommunizieren. Am besten ist ein Bekenntnis zum weiteren Bestand der Firma mit allen Mitarbeitern. Sind Veränderungen vorgesehen, etwa beim Personal, sollte das offen angesprochen werden, auch wenn die Details noch unklar sind. Die Praxis zeigt, dass Beschäftigte es schätzen, wenn Sie wissen, was sie erwartet, auch wenn es unerfreuliche Dinge sind. Unklare Aussagen dagegen führen zu Gerüchten und Demotivation.

Und natürlich sollte der Nachfolger allen Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten, Bank usw.) vorgestellt werden. Damit hat er gleichzeitig die Möglichkeit, sich mit den Abläufen in der Firma und den Besonderheiten vertraut zu machen.

Unterschiedliche Ansichten führen immer wieder zu Auseinandersetzungen

Auch wenn der Nachfolger sorgfältig ausgewählt wurde, kommt es immer wieder zu Differenzen in Bezug auf die künftige Unternehmensführung. Häufig haben Altinhaber den Betrieb ohne betriebswirtschaftliche Unterstützung und Instrumente, etwa zur Planung oder Kalkulation, geführt. Entscheidungen wurden oft „aus dem Bauch heraus“ getroffen. Altinhaber können dabei auf ihre fundierten Erfahrungen zurückgreifen. Dieses Wissen hat der neue Inhaber ggf. (noch) nicht. Und Jüngere haben u.U. eine andere Ausbildung genossen und möchten die Firma daher anders leiten.

Klare Vereinbarungen treffen

Soll der Nachfolger vom Altinhaber eingearbeitet werden, ist es unabdingbar, den Zeitraum zu fixieren. Es muss klar sein, wann der Altinhaber endgültig ausscheidet, z.B. zum Jahresende 20xx. Außerdem muss geklärt werden, wer ab wann welche Aufgaben übernimmt und wer Entscheidungen treffen soll. Am besten ist es, einen Plan zu entwickeln, wie er im Ansatz in der nachstehenden Übersicht zu finden ist.

Tätigkeit (Grobbeschreibung)AltinhaberNeuinhaberBemerkungen
EinkaufsverhandlungenBis 10/xxAb 11/xx
PersonalentscheidungenBis 12/x6Ab 01/xxBeide
Bankgeschäfte (Vollmachten)Bis 12/xxAb 01/xxBeide
Versicherungen abschließenAb 11/xx
InvestitionsentscheidungenAb 11/xx
...

Ein „Parallellauf“ klappt nur, wenn die Chemie zwischen Beiden stimmt. Meist ist es besser, wenn der Neue sofort alle Aufgaben übernimmt, auch wenn er so „ins kalte Wasser“ gestoßen wird.

Loslassen nach der Übergabe

Nicht nur bei Familienübergaben kommt es häufig vor, dass der „Alte“ immer wieder vorbeikommt, um zu sehen, wie sich „seine“ Firma entwickelt. Dann sind Konflikte nach der Übergabe programmiert. Sie lassen sich vermeiden, wenn sich der Altinhaber anderen Dingen zuwendet, z.B. einem Hobby oder Ehrenamt.

Gleichzeitig muss der Altinhaber akzeptieren, dass Jüngere die Dinge anders anpacken. Es gibt neue Verfahren und Methoden und auch der Nachwuchs muss Fehler machen dürfen. Am besten ist es für beide Seiten, wenn sich der Altinhaber nach der Übergabe komplett aus dem Unternehmen zurückzieht.

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