08.11.2011 | Steuern & Finanzen

Umsatzsteuer: Porto – durchlaufender Posten oder Entgelt?

Werbeagenturen oder Lettershops legen oft zunächst das Porto aus und berechnen es anschließend ihren Kunden. Umsatzsteuerlich ist zu differenzieren, ob die Weiterbelastung einen durchlaufenden Posten oder einen steuerpflichtigen Bestandteil des Entgelts darstellt.

Durchlaufender Posten für genannten Absender

Nach Ansicht der OFD Frankfurt a. M. kann das Porto nur als durchlaufender Posten behandelt werden, wenn der Kunde in Rechtsbeziehungen zur Deutschen Post AG tritt. Dies setzt voraus, dass der Kunde als Absender auf dem Brief vermerkt ist.

Die Weiterbelastung des Portos ist damit als durchlaufender Posten zu behandeln, wenn

  • das Unternehmen Briefe für den Auftraggeber versendet,
  • das Porto verauslagt und
  • der Auftraggeber als Absender auf den Briefen genannt ist.

Ferner dann, wenn der Auftraggeber

  • sich als Großkunde bei der Deutschen Post AG anmeldet,
  • die Briefe dort einliefert und
  • als Absender angegeben wird.

Verwenden die Unternehmen ihren eigenen Freistempler, so stellt die Weiterbelastung des Portos einen durchlaufenden Posten dar, wenn das Unternehmen in den Stempel das sogenannte „Klischee“ des Auftraggebers einsetzt oder auf andere Weise den Kunden, z.B. durch Absenderaufkleber oder Aufdruck des Absenders auf den Umschlag, als eigentlichen Absender kennzeichnet.

Konsequenz

Seitdem die generelle Steuerbefreiung der Post mit Wirkung vom 1.7.2010 entfallen ist, unterliegen Geschäftsbriefe regelmäßig der Umsatzsteuer. Wird der Bruttobetrag nun weiterbelastet und handelt es sich hierbei um einen durchlaufenden Posten, darf die in diesem Betrag enthaltene Umsatzsteuer nicht gesondert ausgewiesen werden. Wird dies nicht beachtet, so schuldet das versendende Unternehmen diese Umsatzsteuer, zusätzlich zu der Umsatzsteuer, die für die eigene Dienstleistung fällig wird. Den Kunden kann der Vorsteuerabzug aus der Rechnung der Post ermöglicht werden, indem ihnen die Originalrechnung der Post ebenfalls weitergeleitet wird.

 

Hinweis

Solange die Post noch generell steuerbefreit war, waren die versendenden Unternehmen bestrebt, gegenüber Auftraggebern, die nicht vollständig zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, die Aufträge so abzuwickeln, dass das Porto als durchlaufender Posten zu qualifizieren war. Hierdurch wurde eine Mehrbelastung durch die Umsatzsteuer vermieden. Dies ist nun aufgrund des Entfallens der generellen Steuerbefreiung für die Post i. d. R. nicht mehr von Bedeutung. Dennoch ist die Differenzierung weiterhin wichtig, um die Umsatzsteuer korrekt abzurechnen. Die Verfügung nimmt ferner zur umsatzsteuerlichen Behandlung postvorbereitender Leistungen durch sog. Konsolidierer Stellung. Hier werden auch Rechnungsmuster vorgestellt, die beachtet werden sollten.

(OFD Frankfurt a. M., Verfügung v. 26.7.2011, S-7200 A – 180 – St 111)

 

 

Schlagworte zum Thema:  Rechnung, Umsatzsteuer, Entgelt

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