Überbrückungshilfe: in erweiterter Form in die zweite Phase

Die Bundesregierung verlängert, vereinfacht und weitet die Überbrückungshilfe aus. Dadurch sollen die wirtschaftlichen Folgen des November-Lockdowns abgefedert werden. Gerichtet ist diese Maßnahme an kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Pandemie einstellen oder stark einschränken mussten. Ziel ist die wirtschaftliche Sicherung von Existenzen.

Seit Ende Oktober können bundesweit Anträge auf die neue Überbrückungshilfe für den Zeitraum von September bis Dezember 2020 gestellt werden. Mit der „Überbrückungshilfe II“ sollen betroffene kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige und gemeinnützige Organisationen unterstützt werden. Das Augenmerk liegt auf nicht rückzahlbaren Zuschüssen zu den betrieblichen Fixkosten.

Wer kann Überbrückungshilfe beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, die entweder einen Umsatzeinbruch in Höhe von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten (Zeitraum April bis August 2020) gegenüber den Vorjahresmonaten erlitten haben, oder die im selben Zeitraum insgesamt einen durchschnittlichen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent pro Monat verzeichnen mussten. Auch Soloselbstständige, Freiberufler und gemeinnützige Unternehmen und Einrichtungen können einen Antrag stellen.

Keine Überbrückungshilfe wird bei einem Umsatzrückgang von weniger als 30 Prozent gewährt.

Wie hoch ist die Überbrückungshilfe?

Die Höhe der Überbrückungshilfe richtet sich nach den betrieblichen Fixkosten und dem Ausmaß des erlittenen Umsatzrückgangs. Als Grundlage dienen die erwarteten Umsatzeinbrüche der Fördermonate September bis Dezember 2020 im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten im Vorjahr. Förderfähige Fixkosten sind unter anderem Mieten und Pachten, Finanzierungskosten, weitere feste Ausgaben, Kosten für Auszubildende und Grundsteuern.

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von

  • 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent

im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wurden Unternehmen zwischen dem 1. September 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet, werden die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich herangezogen.

Die Berechnung wird jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 30 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe für den jeweiligen Fördermonat.

Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat.

Können Personalkosten erstattet werden?

Durch eine Pauschale kann Personal unterstützt werden, das noch nicht in Kurzarbeit geschickt wurde. Diese Pauschale steigt von bisher 10 Prozent auf nun 20 Prozent der förderfähigen betrieblichen Fixkosten. So soll Unternehmern geholfen werden, die weiterhin Beschäftigte halten.

Wie werden Anträge gestellt?

Der Antrag auf Überbrückungshilfe wird digital gestellt und eingereicht. Das geschieht über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt). Für die Bearbeitung und Auszahlung ist die Bewilligungsstelle der Bundesländer zuständig.

Bis wann können die Anträge gestellt werden?

Für die erste Phase der Überbrückungshilfe (Förderzeitraum Juni bis August 2020) kann kein Antrag mehr gestellt werden. Die aktuelle Überbrückungshilfe bezieht sich auf die Monate September bis Dezember 2020. Für sie kann - auch rückwirkend – bis spätestens 31. Dezember 2020 einmalig ein Antrag gestellt werde

Onlinetraining zum Thema:

Corona-Update: Außerordentliche Wirtschaftshilfe berechnen – abgrenzen – beantragen

In diesem Online-Seminar stehen die außerordentlichen Wirtschaftshilfen für bestimmte Branchen für den Monat November 2020 im Fokus. WP/StB Florian Künstle zeigt, wie die Höhe der Unterstützung berechnet und dabei andere Einnahmen sowie Überbrückungshilfen II oder Kurzarbeitergeld angerechnet werden. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die angekündigten Überbrückungshilfen III für das erste Halbjahr 2021.

Termin: Di, 24. November, 14:00 Uhr

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