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Strategien zum Jahreswechsel: Vorsicht vor Festsetzung einer fünften Vorauszahlung

Serie, Teil 9: Unternehmer, die für das Jahr 2010 wegen zu geringer Vorauszahlungen Steuern nachzahlen mussten, sollten ihren Einkommen- oder Körperschaftsteuerbescheid für 2010 genauer inspizieren. Dieser Bescheid könnte eine böse Überraschung bereit halten.

Mit der bösen Überraschung ist die Festsetzung einer fünften Einkommen- oder Körperschaftsteuer-Vorauszahlung für das Jahr 2011 gemeint. Das Finanzamt unterstellt hier, dass die Steuern für 2010 und 2011 identisch sind und setzt deshalb oftmals für 2011 eine fünfte Vorauszahlung fest. Das Problem dabei: Auf der Vorderseite des Steuerbescheids sieht man die Festsetzung dieser 5. Vorauszahlung nicht, sondern meist erst auf Seite 2 oder 3 bei Ermittlung der neuen Vorauszahlungen, dann aber meist auch nur auf den zweiten Blick.

Beispiel:

Sie haben für 2010 in allen vier Quartalen jeweils 5.000 Euro Einkommensteuer und jeweils 275 Euro Solidaritätszuschlag vorausbezahlt. Der Steuerbescheid 2010 weist eine Nachzahlung von 3.000 Euro zzgl. 165 Euro Solidaritätszuschlag aus. Die Vorauszahlungen 2011 entsprachen denen in 2010. Im Steuerbescheid 2010 wird das Finanzamt deshalb eine fünfte Vorauszahlung für 2011 festsetzen und die Vorauszahlungen 2012 erhöhen.

Auszug aus einem Steuerbescheid:

Als Vorauszahlungen werden festgesetzt und sind zu entrichten:
 

10. März

10. Juni

10. September

10. Dezember

Einkommensteuer:

2011

2012 und weitere Jahre

5.7505.7505.750

8.000

5.750

Solidaritätszuschlag:

2011

2012 und weitere Jahre

316,25316,25316,25

440

316,50

 

Praxis-Tipp:

Unternehmer sollten also unbedingt prüfen, ob in ihrem Einkommen- oder Körperschaftsteuerbescheid 2010 eine fünfte Vorauszahlung für 2011 festgesetzt wurde und ob diese korrekt ist. Fällt das zu versteuernde Einkommen 2011 geringer aus als 2010, sollte noch vor dem 10.12.2011 ein Antrag auf Herabsetzung dieser fünften Vorauszahlung und die Anpassung der Vorauszahlungen für das Jahr 2012 und weitere Jahre gestellt werden. Dem Herabsetzungsantrag ist die Ermittlung des voraussichtlichen zu versteuernden Einkommens für 2011 beizufügen.

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