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Strategien zum Jahreswechsel: So sichern sich Selbständige eine Riester-Zulage

Serie, Teil 8: Bei der privaten Altersvorsorge boomen seit Jahren Riester-Policen mit ihren jährlichen Zulagen und dem zusätzlichen Sonderausgabenabzug. Nur Selbstständige können davon nicht profitieren, weil sie nicht rentenversicherungspflichtig sind. Doch es gibt ein Hintertürchen.

Ist ein Selbständiger verheiratet, kann er über seinen Ehepartner einen abgeleiteten Riester-Zulagenanspruch erhalten (§ 79 Satz 2 EStG). Dazu muss der Ehegatte rentenversicherungspflichtig sein, einen Riester-Vertrag abschließen und seine Mindestbeiträge einbezahlen. Schließt nun auch der Selbständige einen Riester-Vertrag ab, winken ihm die Grund- und die Kinderzulagen.

Riester-Zulagen für 2011 noch sichern

Ein Selbständiger, dessen Ehefrau sich bis dato um die drei gemeinsamen Kinder (Alter: 12, 10 und 2 Jahre) gekümmert und nicht gearbeitet hat, könnte sich für 2011 die Riester-Zulagen sichern, indem er Folgende Strategien befolgt:

Schritt 1:Der Selbständige stellt die Ehefrau noch im Jahr 2011 als rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmerin in seinem Betrieb an.
Schritt 2:Alternative: Er stellt seine Ehefrau als Minijobberin auf 400 Euro-Basis an und die Ehefrau beantragt den Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit. Dann muss sie 4,9% ihres Minijob-Gehalts an die Rentenversicherung überweisen und erhält einen Anspruch auf Riester-Zulage.
Schritt 3:Die Ehefrau schließt einen Riester-Vertrag ab und zahlt die Mindestbeiträge ein. Es winkt eine Zulage von 154 Euro.
Schritt 4:Der Selbständige schließt einen Riester-Vertrag ab, muss 2011 keine Beiträge bezahlen, erhält aber die vollen Zulagen von 824 Euro (154 Euro Grundzulage, 2 x 185 Kinderzulage und 300 Euro Kinderzulage für das ab 2008 geborene Kind).

 

Praxis-Tipp:

Ab 2012 müssen Riester-Sparer mit einem abgeleiteten Riester-Anspruch Mindestbeiträge von 60 Euro im Jahr leisten, um die volle Zulage beziehen zu können. Der Abschluss eines Riester-Vertrags noch in 2011 ist auch deshalb interessant, weil es die Rente dann noch ab dem 60. Lebensjahr gibt. Bei Neuabschlüssen ab 2012 darf die Rente frühestens ab dem 62. Lebensjahr bezogen werden.

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