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Strategien zum Jahreswechsel: Einlage in eine Familien-GmbH geplant

Serie, Teil 11: Nachdem der Bundesrat dem „Gesetz zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinien sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften (BeitrRLUmsG)“ zugestimmt hat, kommen auf Gesellschafter von Kapitalgesellschaften einschneidende Änderungen zu. Im Fokus steht vor allem die typische Familien-GmbH.

Das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz wird danach in Paragraph 7 um einen neuen Absatz 8 ergänzt. Die Änderungen werden im nachfolgenden Praxisfall anschaulich verdeutlicht:

Praxisfall:

Mutter und Sohn sind beide zu je 50% Gesellschafter einer GmbH. Die Mutter leistet in die GmbH eine Kapitalrücklage von einer Millionen Euro. Die Anteile des Sohnes erhöhen sich dadurch ebenfalls um 500.000 Euro. Je nachdem, wann die Einzahlung in die Kapitalrücklage erfolgt, ergeben sich folgende steuerliche Konsequenzen:

Einzahlung in die Kapitalrücklage vor Verkündung des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz im BundesgesetzblattEinzahlung in die Kapitalrücklage nach Verkündung des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz im Bundesgesetzblatt
Nach bisheriger Rechtslage löste eine erhebliche Einlage eines Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft, die auch zu einer Werterhöhung der Anteile des anderen Gesellschafters führte, keine Schenkungsteuer aus.Nach neuer Rechtslage wird Schenkungsteuer fällig, wenn sich der Wert des Anteils eines Gesellschafters an einer Kapitalgesellschaft erhöht, weil ein anderer Gesellschafter eine Einlage leistet.

 

Praxis-Tipp:

Ist in einer Familien-GmbH die Einlage eines Gesellschafters in die Kapitalrücklage der GmbH geplant und die Anteile der anderen Anteilseigner steigen dadurch, ist Eile angesagt. Denn die Neuregelung soll bereits am Tag nach der Verkündung des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetzes im Bundesgesetzblatt in Kraft treten, aller Voraussicht nach also noch im Dezember 2011.

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