30.11.2011 | Steuern & Finanzen

Strategien zum Jahreswechsel: Bei Gehaltsverzicht unbedingt zeitnah Verbindlichkeit bilanzieren

Serie, Teil 3: Tritt bei einer GmbH aus gesellschaftsrechtlichen Gründen eine Vermögensminderung wie zu hohes Gehalt an Gesellschafter-Geschäftsführer oder eine verhinderte Vermögensmehrung wie zu geringer Kaufpreis bei Warenverkauf an den Gesellschafter ein, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Beim Gehaltsverzicht des Gesellschafters droht dieselbe Folge.

Beim Verzicht eines Gesellschafter-Geschäftsführers einer GmbH auf sein Gehalt oder auf seine Tantieme liegt zwar keine Vermögensminderung und auch keine verhinderte Vermögensmehrung zu. Ein verdeckte Gewinnausschüttung wird dennoch unterstellt, wenn der Gesellschafter zu mehr als 50% an der GmbH beteiligt ist (beherrschender Gesellschafter), die vertraglichen Vereinbarungen zur Auszahlung der Vergütung nicht eingehalten werde und wenn die Verbindlichkeit gegenüber dem Gesellschafter erst bei den Jahresabschlussarbeiten eingebucht wird (FG München, Urteil v. 5.5.2011, 7 K 1349/09).

Darum sollte eine verdeckte Gewinnausschüttung verhindert werden

Unterstellt das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung, darf der nachträglich gebuchte Aufwand für die Vergütung des Gesellschafter-Geschäftsführers den Gewinn der GmbH nicht mindern. Zudem unterliegt die verdeckte Gewinnausschüttung beim Gesellschafter der Abgeltungsteuer.

Praxis-Tipp:

Um eine verdeckte Gewinnausschüttung wegen eines Verzichts auf laufendes Gehalt oder die Tantieme zu verhindern, sollten Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH Folgendes beherzigen:

  • Halten Sie schriftlich fest, warum Sie auf Ihr Gehalt oder Ihre Tantieme verzichten (Zahlungsschwierigkeiten der GmbH).
  • Buchen Sie zeitnah zur Fälligkeit des Verzichts auf Auszahlung des Gehalts oder der Tantieme in der Bilanz der GmbH eine Verbindlichkeit.
  • Buchen Sie die Verbindlichkeit nicht erst bei Aufstellung des Jahresabschlusses für 2011.

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