| Umfrage der BaFin zu SEPA

Erheblicher Informationsbedarf im Mittelstand und bei Vereinen

Die Banken sind für SEPA gerüstet, die Kunden sind aber noch nicht soweit.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die deutschen Banken sind für den Start des europäischen Zahlungsverkehrssystems SEPA am 1. Februar 2014 zwar gerüstet. Aber gerade im Mittelstand und bei Vereinen besteht noch ein erheblicher Informationsbedarf.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin. Sie basieren auf einer Erhebung bei rund 1.800 Zahlungsdienstleistern im Juli 2013. Sie mussten 51 Fragen beantworten, die sich auf die Sachgebiete Organisation, technische Umsetzung, Statistik der SEPA-Zahlungen und Kundenkommunikation bezogen. Die positive Erkenntnis aus der Befragung: die Geschäftsprozesse der Banken sind bereits weitestgehend an SEPA angepasst. Die Bankkunden können sich darauf verlassenen, dass ihre Zahlungsdienstleister schon jetzt in der Lage sind, SEPA-Zahlungen durchzuführen.

Dennoch sieht die BaFin vor allem zwei Punkte kritisch:

Erstens: Die IT-Systeme, die die Zahlungsdienstleister für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs nutzen, müssen technisch angepasst werden. Die Zeit, die nach den letzten Abschlussarbeiten bis zur endgültigen Umstellung am 1. Februar 2014 verbleibt, ist nach Ansicht der BaFin sehr knapp. Denn die Zahlungsdienstleister müssen unerwartete Störungen rechtzeitig auffangen können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 93 Prozent der Zahlungsdienstleister bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs externe IT-Dienstleister nutzen. Die technische Umstellung auf das SEPA-Format liegt daher maßgeblich in deren Händen. Die Institute sind jedoch aufsichtsrechtlich dafür verantwortlich, dass ihre Dienstleister die letzten technischen Anpassungen zeitgerecht abschließen.

Risikofaktor Kunden

Zweitens: Die Zahlungsdienstleister verfügen noch nicht über ausreichende Kenntnisse über den SEPA-Umsetzungsstand ihrer Kunden. Für eine fristgerechte SEPA-Umstellung ist es nach Auffassung der BaFin jedoch erforderlich, dass die Zahlungsdienstleister umfassend über die SEPA-Fähigkeit ihrer Kunden informiert sind, insbesondere über die der Lastschrifteinreicher. Mehr als die Hälfte der Zahlungsdienstleister kann zur SEPA-Fähigkeit ihrer Kunden keine Aussage treffen.

Die BaFin erwartet daher von den Zahlungsdienstleistern, dass sie einzelne Kunden und Kundengruppen, die Lastschrifteinreicher sind, gezielt ansprechen und entsprechend unterstützen. Zwar bemühen sich die Zahlungsdienstleister bereits seit dem Jahreswechsel 2011/12 auf vielfältige Weise, die unterschiedlichen Kundengruppen über die SEPA-Umstellung zu informieren. Die Zahlungsdienstleister unterstützen insbesondere Firmenkunden bei der Umwandlung ihrer Kundenstammdaten und bei der Umstellung auf die SEPABasis-und die SEPA-Firmenlastschrift. Dennoch sind nach Einschätzung der Zahlungsdienstleister lediglich ein Drittel der Firmenkunden vollständig auf SEPA vorbereitet.

Den höchsten Informationsbedarf sehen sie bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei Vereinen. Besonders schleppend läuft die Umstellung bei der Kundengruppe der Lastschrifteinreicher: SEPA-Lastschriften machen hier deutlich unter einem Prozent aus.

 

Schlagworte zum Thema:  BaFin, SEPA, SEPA-Basislastschriften, SEPA-Firmenlastschriften, Mittelstand, Verein

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