18.03.2014 | Top-Thema Reverse-Charge-Verfahren

Neuregelungen im Jahr 2013

Kapitel
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach den Änderungen durch das Amtshilferichtlinien-Umsetzungsgesetz ergeben sich in 2013 zu unterschiedlichen Anwendungszeitpunkten verschiedene Änderungen im Hinblick auf das Reverse-Charge-Verfahren, u.a. Erweiterung des Reverse Charge Verfahrens.

Das Reverse-Charge-Verfahren wurde auf Lieferungen von Gas über das Erdgasnetz und von Elektrizität durch einen im Inland ansässigen Unternehmer an einen anderen Unternehmer, der selbst derartige Leistungen erbringt, ausgeweitet.

Rechnungserteilung ab 30.6.2013
Seit dem 30.6.2013 ist in den Rechnungen über Lieferungen oder sonstige Leistungen, für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b Abs. 5 UStG schuldet, der wörtliche Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ aufzunehmen.

Wichtig: Rechnung nach den Vorschriften des ausländischen EU-Mitgliedstaats
Bei Leistungen ausländischer Unternehmer aus anderen EU-Mitgliedstaaten ohne Sitz oder Betriebsstätte im Inland, die unter das Reverse-Charge-Verfahren fallen, gelten allerdings die Rechnungserteilungsvorschriften des EU-Staats des Sitzes bzw. der Betriebsstätte des leistenden Unternehmers.

In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass, wenn der Unternehmer eine sonstige Leistung nach § 3a Abs. 2 UStG in einem anderen Mitgliedstaat ausführt (dortiges Reverse-Charge-Verfahren), die Rechnung bis zum 15. Tag des Folgemonats der Leistungserbringung auszustellen ist.

Installation von Fotovoltaikanlagen
Ein BMF-Schreiben vom 9.12.2013 (IV D 3 - S 7279/13/10001) sorgt für gehörige Verwirrung bei Betrieben, die sich auf die Installation von Fotovoltaikanlagen spezialisiert haben. In der Praxis stellt sich seither die Frage, ob die Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG zur Anwendung kommt oder nicht. Laut BMF stellen Werklieferungen von Fotovoltaikanlagen – also die Installation von dachintegrierten Anlagen, Auf-Dach-Anlagen oder Fassadenmontagen – Bauleistungen im Sinn der Steuerschuldnerschaft nach § 13b Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 UStG dar. Diese Aussage hat für Betriebe, die Fotovoltaikanlagen installieren, unterschiedliche Auswirkungen für die Rechnungsstellung (s. die Beispiele). Im Umsatzsteuer-Anwendungserlass wurde im Abschnitt 13b.2 Abs. 5 die neue Nr. 11 eingefügt.

Fotovoltaikanlagen: Konsequenzen für die Rechnungsstellung
Hauseigentümer:
Ist der Auftraggeber der Betreiber der Fotovoltaikanlage greift die Steuerschuldnerschaft nicht, weil dieser keine Bauleistungen erbringt. In der Rechnung über die Installation ist Umsatzsteuer auszuweisen.
Generalunternehmer: Anders sieht es aus, wenn ein Generalunternehmer den Auftrag zur Installation einer Fotovoltaikanlage erteilt und das schlüsselfertige Haus anschließend an die Käufer liefert. In diesem Fall erbringt der Generalunternehmer ebenfalls Bauleistungen und die Steuerschuldnerschaft nach § 13b Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 UStG kommt zur Anwendung. Die Rechnung über die Installation der Fotovoltaikanlage darf also keine Umsatzsteuer ausweisen, jedoch den Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft.

Schlagworte zum Thema:  Photovoltaik, Erweiterung, Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz, Reverse-Charge-Verfahren

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