10.03.2011 | Steuern & Finanzen

Reisekosten: Neue Steuerfalle beim Frühstück

Vorsicht: Wenn Sie Ihren Mitarbeitern für die Frühstücksgestellung auf Auswärtstätigkeiten mehr als den Sachbezugswert von 1,57 EUR von der Spesenabrechnung einbehalten, liegt eine umsatzsteuerpflichtige Leistung vor.

Nach den Lohnsteuerrichtlinien 2011 können viele Frühstücke auf Auswärtstätigkeiten als arbeitgeberveranlasst behandelt und mit dem günstigen Sachbezugswert von 1,57 EUR angesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die Aufwendungen vom Arbeitgeber dienst- oder arbeitsrechtlich ersetzt werden und die Hotelrechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist. Eine Versteuerung und Verbeitragung des Sachbezugswerts kann vermieden werden, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter im Rahmen der Reisekostenabrechnung von den Spesen einen Betrag von 1,57 EUR abzieht.

In diesen Fällen ergeben sich keine umsatzsteuerlichen Folgen aus der Mahlzeitengestellung. Ein umsatzsteuerpflichtiger Leistungsaustausch zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter liegt insoweit nicht vor. Kürzt der Arbeitgeber die Reisekostenvergütung jedoch um einen höheren Wert als 1,57 EUR, ist bei der Frühstücksgestellung von einer gegen Entgelt ausgeführten sonstigen Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer auszugehen. Die Kürzung wird damit in voller Höhe zu 19 % umsatzsteuerpflichtig.

Beispiel:

Der Arbeitgeber zahlt für seinen Arbeitnehmer anlässlich einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit eine Übernachtung mit Frühstück. Die an den Arbeitgeber adressierte Hotelrechnung lautet über 100 EUR brutto, davon werden 80 EUR als Gegenleistung für die Übernachtung und 20 EUR für das Frühstück berechnet. Reisebeginn ist am Vortag um 18 Uhr, Reiseende am nächsten Tag um 13 Uhr. Der Arbeitgeber leistet einen Verpflegungszuschuss von 6,00 EUR, von dem er für das Frühstück 1,57 EUR einbehält.

Die Zurechnung eines geldwerten Vorteils zum Arbeitslohn entfällt, da der Mitarbeiter zum Frühstück eine Zuzahlung mindestens in Höhe des Sachbezugswerts geleistet hat. Für die Frühstücksgestellung erfolgt keine Umsatzbesteuerung.

Abwandlung:

Der Arbeitgeber behält für die Frühstücksgestellung einen Betrag von 4,80 EUR ein und zahlt dem Arbeitnehmer als Reisekosten nur noch 1,20 EUR aus.

Die Zurechnung eines geldwerten Vorteils zum Arbeitslohn entfällt auch hier. Die Frühstücksgestellung erfolgt jedoch als entgeltliche sonstige Leistung des Arbeitgebers an den Mitarbeiter. Die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ermittelt sich aus der vom Mitarbeiter einbehaltenen Gegenleistung von 4,80 EUR. Da hier der Regelsteuersatz von 19 % zur Anwendung kommt, beträgt die Bemessungsgrundlage 4,03 EUR netto und die Umsatzsteuer 0,77 EUR.

(Kurzinformation der Oberfinanzdirektion Rheinland Nr. 4/2011 vom 17.2.2011)

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