Kauf von E-Auto nach 31.12.2018 und vor 1.1.2022

Der Bruttolistenpreis des Elektro-Firmen-Pkw wird bei Anschaffung nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 für das Berechnen der privaten Nutzung nur zur Hälfte angesetzt.

Was bei E-Autos beim Berechnen des privaten Nutzungsanteils beachten muss

Für Anschaffungen nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 gilt:

Die private Nutzung von Elektroautos und Hybrid-Elektrofahrzeugen wurde in § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 2 EStG neu geregelt. Bei E-Autos oder extern aufladbaren Hybrid-Elektrofahrzeugen, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 angeschafft werden, wird bei der privaten Nutzung der Listenpreis dieser Kraftfahrzeuge nur zur Hälfte angesetzt. Um Elektroautos handelt es sich, wenn

  • sie ausschließlich durch Elektromotoren angetrieben werden,
  • die ganz oder überwiegend aus mechanischen oder elektrochemischen Energiespeichern oder
  • aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern gespeist werden.

Bei extern aufladbaren Hybrid-Elektrofahrzeugen muss das Fahrzeug die Voraussetzungen des § 3 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 des Elektromobilitätsgesetzes erfüllen. Das bedeutet, dass diese Fahrzeuge nach der Neuregelung nur dann begünstigt sind, wenn

  • sie eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenem Kilometer haben oder
  • ihre Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt.

Praxis-Beispiel: Berechnung der privaten Nutzung für ein Hybrid-Elektrofahrzeug

Ein Unternehmer hat im Januar 2019 ein Hybrid-Elektrofahrzeug erworben, das unter ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs mindestens 40 Kilometer zurücklegt. Der Bruttolistenpreis beträgt 59.150 EUR. Die betriebliche Nutzung beträgt mehr als 50 %.

Die private Nutzung ist für das Jahr 2019 wie folgt zu berechnen:

Bruttolistenpreis

59.150 EUR

Bruttolistenpreis ÷ 2 =

29.575 EUR
gerundet 29.500 EUR × 1 % =295 EUR


Positionen

Gewinnerhöhung ertragsteuerlich in EUR

Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer in EUR

Bruttolistenpreis i. H. v. 50 %

295,00


1 % vom hälftigen Bruttolistenpreis:

295 EUR × 80 % =


236,00

Umsatzsteuer 19 %


44,84

Die Buchung erfolgt wie im Beispiel zuvor. Da es sich hier um eine pauschale Regelung handelt, ist derzeit noch unklar, ob die neue Bemessungsgrundlage (50 % des Bruttolistenpreises) auch bei der Umsatzsteuer zugrunde zu legen ist. Im Beispiel ist unterstellt, dass die neue pauschale Regelung für Elektroautos auch für Zwecke der Umsatzsteuer übernommen wird.

Fahrtenbuchmethode

Alternativ zur 1-%-Methode kann die private Nutzung mit den Aufwendungen angesetzt werden, die auf die Privatfahrten entfallen. Voraussetzung ist allerdings, dass

  • die insgesamt entstehenden Aufwendungen durch Belege und
  • das Verhältnis der privaten zu den übrigen Fahrten durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werden.

Bei der Ermittlung der insgesamt entstandenen Aufwendungen sind die Anschaffungskosten für das Kraftfahrzeug (Abschreibung) oder vergleichbare Aufwendungen (z. B. Leasingrate oder Miete) nur zur Hälfte zu berücksichtigen.

Bei extern aufladbaren Hybrid-Elektrofahrzeugen ist das Fahrzeug auch hier nur begünstigt, wenn

  • es eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenem Kilometer hat oder
  • seine Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt.

Für E-Autos und extern aufladbare Hybrid-Elektrofahrzeuge, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 angeschafft werden, wird die private Nutzung somit gesetzlich reduziert. Halbiert werden nicht alle Kfz-Kosten, sondern nur die Abschreibung, der Leasingbetrag oder die Miete für das Elektrofahrzeug (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG).

Praxis-Beispiel: Kauf eines E-Autos, Anwendung der Fahrtenbuchmethode

Ein Unternehmer hat im Januar 2019 ein Elektroauto erworben. Die Anschaffungskosten betrugen 48.000 EUR, der Bruttolistenpreis beträgt 48.000 EUR. Er verwendet seinen Firmenwagen für betriebliche und private Fahrten, wobei der Umfang der Privatfahrten im Jahr 2019 laut Fahrtenbuch 20 % beträgt, und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte. Die betriebliche Nutzung beträgt mehr als 50 %. Die Entfernung zum Betrieb, die er an 150 Tagen im Jahr zurücklegt, beträgt 30 km. Den privaten Nutzungsanteil ermittelt der Unternehmer nach der 1-%-Methode. Die Entfernungspauschale, die als Betriebsausgabe abgezogen werden kann, errechnet sich wie folgt:

Kfz-Kosten 2019: Aufteilung

Art der Kosten

100 %

20 % privater Anteil

steuerlich anzusetzen

Abschreibung

8.000,00

1.600,00

800,00

Stromkosten

1.620,00

324,00

324,00

Versicherung

1.200,00

240,00

240,00*

Inspektionen usw.

678,00

135,60

135,60

ADAC-Beitrag

114,00

22,80

22,80*

Insgesamt

11.612,00

2.322,40

1.522,40

* In diesen Beträgen ist keine Umsatzsteuer enthalten, sodass insoweit keine Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

Konto SKR 03/04 Soll

Kontenbezeichnung

Betrag

Konto SKR 03/04 Haben

Kontenbezeichnung

Betrag

1880/
2130

Unentgeltliche Wertabgaben

1.522,40

8924/
4639

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens (Kfz-Nutzung)

1.522,40

Hinweis: Bei der vorstehenden Buchung ist die umsatzsteuerliche Auswirkung unberücksichtigt, weil derzeit noch unklar ist, ob die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer 2.059,60 EUR oder 1.259,60 EUR beträgt.