Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit Elektroauto

Wird das Elektroauto als Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte genutzt, müssen die abzugsfähigen Betriebsausgaben gesondert berechnet werden. Wie richtige gerechnet und gebucht wird, erfahren Sie hier.

Die Kosten eines E-Autos für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte sind nicht voll als Betriebsausgaben abzugsfähig

Wird der Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte genutzt, dürfen pro Entfernungskilometer 0,30 EUR als Betriebsausgaben abgezogen werden. Bei einem Firmen-Pkw sind die Kosten, die über die Entfernungspauschale hinausgehen, nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Die nicht abziehbaren Kosten müssen pauschal ermittelt werden, wenn die private Pkw-Nutzung nach der pauschalen 1-%-Methode ermittelt wird. Auswirkungen auf die Umsatzsteuer ergeben sich bei Einzelfirmen nicht. Bei Personengesellschaften ist allerdings von einem umsatzsteuerpflichtigen Leistungsaustausch auszugehen.

So werden die Buchungssätze erfasst

  • Zunächst werden alle Kfz-Kosten als Betriebsausgaben gebucht.
  • Bei einer Berechtigung zum Vorsteuerabzug, kann die in den Kfz-Kosten enthaltene Umsatzsteuer in vollem Umfang als Vorsteuer abgezogen werden.
  • Die Differenz zwischen der Entfernungspauschale und den tatsächlichen Kosten, die auf Fahrten zur ersten Betriebsstätte entfallen, wirkt sich auf den Gewinn aus.

Wenn der Unternehmer die private Pkw-Nutzung nach der pauschalen 1-%-Methode ermittelt,

  • setzt er den Teil der Aufwendungen an, der auf Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb entfällt,
  • und zwar pauschal mit 0,03 % je Kalendermonat,
  • berechnet vom (auf volle Hundert EUR abgerundeten) Bruttolistenpreis des Pkw im Zeitpunkt der Erstzulassung für jeden Entfernungskilometer.

Anschaffungen bis zum 31.12.2018 und im Jahr 2022

Bei E-Autos oder extern aufladbaren Hybrid-Elektrofahrzeugen ist vom reduzierten Bruttolistenpreis auszugehen.

Praxis-Beispiel: Nutzung eines Hybrid-Elektrofahrzeugs für Fahrten zur ersten Betriebsstätte

Unternehmer Huber erwirbt im Jahr 2018 ein Hybrid-Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16 kWh. Herr Huber nutzt das Fahrzeug für private Fahrten und für Fahrten zur 8 Kilometer entfernten ersten Betriebsstätte.

Der Bruttolistenpreis beträgt 44.310 EUR. Die betriebliche Nutzung beträgt 65 %. Der Bruttolistenpreis ist um 4.000 EUR (16 kWh × 250 EUR) zu mindern. Der geminderte Bruttolistenpreis beträgt (44.310 EUR – 4.000 EUR = 40.310 EUR, abgerundet auf volle Hundert EUR =) 40.300 EUR. Herr Huber rechnet wie folgt:

Reduzierter Bruttolistenpreis 40.300 EUR × 0,03 % × 8 km =

96,72 EUR

Entfernungspauschale: 8 km × 20 Fahrten × 0,30 EUR =

48,00 EUR

Nicht abziehbare Kosten

48,72 EUR

Buchungsvorschlag:

Konto SKR 03/04 Soll

Kontenbezeichnung

Betrag

Konto SKR 03/04 Haben

Kontenbezeichnung

Betrag

1880/
2130

Unentgeltliche Wertabgaben

48,72

4680/
6690

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und Familienheimfahrten (Haben)

48,72

Für die nicht abziehbaren Kosten bei Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb fällt bei Einzelunternehmern keine Umsatzsteuer an.

Anschaffungen nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022

Bei E-Autos oder extern aufladbaren Hybrid-Elektrofahrzeugen ist vom halben Bruttolistenpreis auszugehen, bzw. von den Kosten die auf die Privatnutzung entfallen, wobei die Abschreibung, Leasingzahlungen oder die Miete nur zu 50 % anzusetzen sind.

Praxis-Beispiel: Kauf eines Hybrid-Elektrofahrzeugs, Nutzung für Fahrten zur ersten Betriebsstätte

Ein Unternehmer hat im Januar 2019 ein Hybrid-Elektrofahrzeug erworben, das unter ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs mindestens 40 km zurücklegt. Der Bruttolistenpreis beträgt 48.000 EUR. Er verwendet seinen Firmenwagen für betriebliche und private Fahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte. Die betriebliche Nutzung beträgt mehr als 50 %. Die Entfernung zum Betrieb, die er an 150 Tagen im Jahr zurücklegt, beträgt 30 km. Den privaten Nutzungsanteil ermittelt der Unternehmer nach der 1-%-Methode. Die Entfernungspauschale, die als Betriebsausgabe abgezogen werden kann, errechnet sich wie folgt:

Berechnung

0,03 % Regelung

pauschaler Wert lt. § 4 Abs. 5 Nr. 6 EStG:

Bruttolistenpreis 48.000 EUR ÷ 2 = 24.000 EUR x 0,03 % = 7,20 EUR × 30 km × 12 =

2.592,00 EUR

Entfernungspauschale:

30 km × 0,30 EUR × 150 Tage =

1.350,00 EUR

nicht abziehbare Aufwendungen

1.242,00 EUR

Buchungsvorschlag:

Konto SKR 03/04 Soll

Kontenbezeichnung

Betrag

Konto SKR 03/04 Haben

Kontenbezeichnung

Betrag

1880/
2130

Unentgeltliche Wertabgaben

1.242

4679/
6689

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und Familienheimfahrten (nicht abziehbarer Anteil)

1.242

Für die nicht abziehbaren Kosten bei Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb fällt bei Einzelunternehmern keine Umsatzsteuer an.