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Private Pkw-Nutzung: Steuervorteil für E-Autos als Dienstwagen auf den Weg gebracht

Trotz Bedenken in der schwarz-gelben Koalition treibt das BMF seine Pläne für Steueranreize für Elektroautos als Dienstwagen voran.

Danach soll es bei der Besteuerung privat genutzter E-Firmenwagen einen Nachlass im Zuge der pauschalen "Ein-Prozent-Regelung" geben, die bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren gilt. Nach einem Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2013 sollen die Kosten der teuren Batterie von E-Autos nicht berücksichtigt und so ein Nachteil ausgeglichen werden.

Unter Finanzpolitikern von Union und FDP gab es zuletzt Kritik daran, dass Elektro-Autos als Dienstwagen gegenüber privat angeschafften E-Fahrzeugen steuerlich bevorzugt werden sollen. Bedenken gibt es auch am Herausrechnen der E-Auto-Batterie.

Nach heutigem Recht muss ein Arbeitnehmer, der seinen Firmenwagen privat nutzt, monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Bei dieser Ein-Prozent-Regel gilt das Elektroauto wegen der höheren Anschaffungskosten finanziell aber als unattraktiv. Denn Nutzer eines Strom-Firmenwagens hätten wegen des höheren Listenpreises einen weit größeren geldwerten Vorteil zu versteuern.

Die Bundesregierung will Deutschland zum Leitanbieter für Elektromobilität entwickeln. Mit einem Mix von Maßnahmen und neuen Anreizen soll der Kauf elektrischer Fahrzeuge angekurbelt werden. Bis zum Jahr 2020 sollen auf Deutschlands Straßen eine Million Elektro-Autos rollen, bis 2030 sollen es sechs Millionen sein.

Mit dem Jahressteuergesetz 2013 wird ein weiterer Teil des "Regierungsprogramms Elektromobilität" vom Mai 2011 umgesetzt. Bereits im vergangenen Dezember hatte das Finanzministerium einen Referentenentwurf vorgelegt, wonach E-Autos künftig zehn statt wie bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden sollen.

Die Verbreitung von E-Fahrzeugen solle "durch den Ansatz des höheren Listenpreises nicht behindert werden", heißt es in dem Entwurf für ein Jahressteuergesetz 2013. Gerade Dienstwagenflotten seien ein wichtiges potenzielles Marktsegment. Steuerliche Nachteile für E-Autos sollten daher abgebaut werden.

So bleibe die bisherige Systematik nach der 1-Prozent-Regelung zwar erhalten. "Der Listenpreis als Bemessungsgrundlage wird um die in diesem enthaltenen Kosten für den Akkumulator (Batterie) gemindert", heißt es aber weiter. Durch Minderung des Listenpreises werde die Besteuerung der Privatnutzung eines E-Fahrzeugs mit einem Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor gleichgestellt. Die Regelung soll auf E-Autos begrenzt werden, die bis Ende 2022 angeschafft werden.

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