17.07.2013 | Top-Thema Praxisbeispiel Urlaubsrückstellungen

Mittelgroße Kapitalgesellschaft

Kapitel
Bild: Haufe Online Redaktion

Seit BilMoG gelten neue Regeln für die Bewertung von Urlaubsrückstellungen. Der Beitrag zeigt anhand einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft, wie Sie Urlaubsrückstellungen seit 1.1.2010 richtig bilanzieren.

Beispiel Jahresabschlüsse 2009 - 2012
- Die KurtFleißig GmbH mit Sitz und Geschäftsleitung in Freiburg i. Br. ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Die Gesellschaft ist im Bereich Maschinenbau tätig und beschäftigt 70 Mitarbeiter.
- Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
- Die Kurt Fleißig GmbH ist Mitglied eines Tarifverbundes, d. h., die Gehalts- und Lohneingruppierungen der Arbeitnehmer entsprechen den tarifvertraglichen Vorgaben.
- Der kumulierte Ertragsteuersatz (Körperschaftsteuer: 15 %, Gewerbesteuer: 14 %, Solidaritätszuschlag: 5,5 %) beträgt 29,83 %. Im Folgenden wird aus Vereinfachungsgründen für Zwecke der Berechnung latenter Steuern von einem Gesamtsteuersatz in Höhe von 30 % ausgegangen.

Jahresabschluss zum 31.12.2009
Vom Wahlrecht, die Regelungen nach BilMoG bereits für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2009 anzuwenden, wurde kein Gebrauch gemacht, d. h., die Bilanz zum 31.12.2009 wurde nach den zu diesem Stichtag geltenden handelsrechtlichen Normen, wie sie vor BilMoG galten, erstellt. Für steuerliche Zwecke wurde eine eigenständige Steuerbilanz aufgestellt, in der die Wertansätze gem. den steuerrechtlichen Vorschriften ausgewiesen sind. Eine der Abweichungen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz betrifft die Bilanzposition Urlaubsrückstellungen.

Die nach handelsrechtlichen Grundsätzen ermittelte Urlaubsrückstellung beträgt 100.000 EUR. Gemäß § 253 Abs. 1 HGB a. F. wurden bei der Ermittlung der Rückstellung künftige Gehaltssteigerungen nicht berücksichtigt. In der Steuerbilanz beträgt der zulässige Wert der Rückstellung aufgrund der differierenden Höhe des zu berücksichtigenden Urlaubsentgelts und der höheren Anzahl zu berücksichtigender Arbeitstage nur 70.000 EUR.

Aufgrund dieser Abweichung in Höhe von 30.000 EUR ergeben sich aktive latente Steuern in Höhe von 9.000 EUR (= 30 % × 30.000 EUR). Da insgesamt ein Überhang an aktiven latenten Steuern vorlag, wurde allerdings vom Ansatzwahlrecht nach § 274 Abs. 2 HGB a. F. Gebrauch gemacht und im Jahresabschluss zum 31.12.2009 wurden keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen.

Schlagworte zum Thema:  GuV, Bewertung, Rückstellung

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