12.12.2012 | Top-Thema Novellierung der Steuerberatergebühren

Was sich ändert

Kapitel
Bild: Michael Bamberger

Mehr als 14 Jahre nach der letzten Gebührenreform, hat der Bundesrat einer Novellierung der Steuerberaterhonorare zugestimmt. Neben der Anpassung einzelner Gebühren an Gesetzesänderungen der vergangenen Jahre, wurden die Tabellen linear um 5 % angehoben. Die Änderungen treten am 20.12.2012 in Kraft.

Seit der letzten Anpassung im Jahr 1998 ist der Preisindex um mehr als 22 %, die Lohnkosten um 20 % gestiegen. Es war daher höchste Zeit, die Steuerberatergebühren der tatsächlichen Preisentwicklung anzupassen.

Die Zeitgebühr wurde von 19,00 EUR bis 46,00 EUR je angefangener halbe Stunde auf 30,00 EUR bis 70,00 EUR je angefangener halbe Stunde erhöht. Damit liegt die Mittelgebühr pro Stunde nun bei 100,00 EUR und somit noch 8,00 EUR über der bisherigen Höchstgebühr. Die Betragsrahmengebühren im Bereich Lohnabrechnung wurden durchschnittlich um ca. 80 % erhöht.

Auch die fast durchgängige Erhöhung der Mindestgegenstandswerte dient der Anpassung an die wirtschaftlichen Verhältnisse, denn bei kleinen Unternehmen oder Unternehmen in Verlustphasen, blieb die Gebühr über die Jahre gleich. Unverständlicherweise wurden die Mindestgegenstandswerte nicht in allen Bereichen angepasst und bei den Abschlussarbeiten wurde auch kein Mindestgegenstandswert festgelegt. Letzteres führt beispielsweise bei der Erstellung einer Eröffnungsbilanz für eine Unternehmergesellschaft, haftungsbeschränkt (UG), dazu, dass aufgrund des in der Regel geringen Gegenstandswertes ohne den Abschluss einer Vergütungsvereinbarung kein angemessenes Honorar zu erzielen ist.

Die Gebührenvorschrift für die Ermittlung des Überschusses der Einnahmen über die Werbungskosten wurde um einen Absatz 3 ergänzt, der nun – analog zu § 25 Abs. 2 StBVV – für Vorarbeiten, die über das übliche Maß erheblich hinausgehen, eine zusätzliche Abrechnung nach Zeitgebühr eröffnet.

Mit einer Klarstellung in § 30 (Selbstanzeige) wird ein Streitpunkt beseitigt. Manche Stimmen in der Literatur meinten, Gegenstandswert der Selbstanzeige sei die nachzubezahlende Steuer. Nunmehr wird in der Verordnung der Gegenstandswert nach „der Summe der berichtigten, ergänzten und nachgeholten Angaben bestimmt“.

Im Bereich der Jahresabschlusserstellung wurde die Gebühr für die häufig streitanfälligen Zwischenabschlüsse deutlich erhöht. Der Gebührenrahmen für den Zwischenabschluss entspricht mit einer Erhöhung auf 10/10 bis 40/10 nun dem des normalen Jahresabschlusses.

Größte Auswirkung auf das Honorar der Steuerberater wird die Anhebung der Tabellenwerte haben. Bei der Zeitgebühr und der Lohnabrechnung sind die nominalen Erhöhungen durch die Novellierung zwar höher, dort wurde aber bisher vielfach mit Vergütungsvereinbarungen gearbeitet, über die die nun vorgesehenen Erhöhungen bereits antizipiert wurden.

Schlagworte zum Thema:  Steuerberatergebühren

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