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Noch bis zum 30.6.2011: Vorsteuer zurück bei Auslandsgeschäften

Unternehmer, die im Jahr 2010 bei Geschäften in Ländern außerhalb der EU ausländische Umsatzsteuer zahlen mussten, können sich diese Beträge im Rahmen des Vorsteuervergütungsverfahrens unter gewissen Voraussetzungen zurückholen. Stichtag für die Antragstellung ist der 30.6.2011.

„Nanu?“ wird nun der eine oder andere fragen. Denn bisher war immer der 30. September 2011 im Gespräch. Des Rätsels Lösung: Beide Stichtage gibt es. Beim Vorsteuervergütungsverfahren mit Nicht-EU-Staaten muss die Antragstellung für 2010 bis spätestens 30.6.2011 über die Bühne gehen, bei Vorsteuergütungsanträgen in EU-Staaten bis spätestens 30.9.2011.

Schritt 1: Zeitaufwand abschätzen. Das Vorsteuervergütungsverfahren in Drittstaaten ist kompliziert, zeitaufwändig und risikobehaftet. Der Antrag muss nämlich in Papierform an die ausländische Behörde im Drittstaat geschickt werden. Außerdem sind die Originalbelege mit der ausländischen Umsatzsteuer und eine Bescheinigung des deutschen Fiskus über die Unternehmereigenschaft beizufügen. Ob die Originalunterlagen jemals bei der ausländischen Behörde ankommen oder heil wieder zurückkommen, steht bei diesem Antragsverfahren also in den Sternen.

Praxistipp:

Wer auf die Vergütung der Vorsteuer verzichtet, kann die ausländische Umsatzsteuer wenigstens als Betriebsausgabe vom Gewinn abziehen.

Schritt 2: Gegenseitigkeit prüfen. Plant ein Unternehmer die Antragstellung auf Erstattung der ausländischen Umsatzsteuer bei einer Finanzbehörde in einem Drittstaat, sollte im Internet-Portal des Bundeszentralamts für Steuern (www.bzst.de) erst einmal geprüft werden, ob Gegenseitigkeit besteht. Ist das nicht der Fall, wird der Drittstaat nichts erstatten. Dann kann sich der Unternehmer die Antragstellung sparen. Die Infos zur Gegenseitigkeit finden sich, wenn man in das Suchfenster den Begriff „Gegenseitigkeit“ eingibt und auf Seite 4 der Fundstellen klickt.

Schritt 3: Unterlagen zusammenstellen

Der Antrag auf Erstattung der ausländischen Umsatzsteuer ist mit einem Originalantrag an die im Ausland zuständige Behörde zu stellen. Welche Behörde im Ausland das ist, sollte beim Bundeszentralamt für Steuern telefonisch erfragt werden. Dem Antrag müssen die Originalbelege und eine Originalbescheinigung des deutschen Finanzamts über die Unternehmereigenschaft beigefügt werden. Der Antrag ist eigenhändig vom Unternehmer zu unterzeichnen und muss spätestens am 30. Juni 2011 bei der ausländischen Behörde eingehen. Eine Fristverlängerung gibt es nicht.

Praxistipp:

Selbständige sollten sich von versandten Originalbelegen unbedingt Kopien machen für den Fall, dass die Unterlagen unterwegs verloren gehen.

 

Schlagworte zum Thema:  Vorsteuer

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