Nachhaltigkeit: CSR-Preis der Bundesregierung

Die Bundesregierung lobt einen CSR-Preis in unterschiedlichen Größenklassen und Kategorien aus. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die nachhaltiges Wirtschaften fördern. Die Bewerbungsphase startet am 1.9. und endet am 15.10.2019.

Mit dem zum 4. Mal ausgelobten Preis für eine verantwortungsvolle und zukunftsfähige Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility, kurz CSR) sollen herausragende Beispiele gesellschaftlicher Verantwortung honoriert werden. Kriterien sind vorbildlich faire Geschäftspraktiken, eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik, sparsame Nutzung natürlicher Ressourcen, Schutz von Klima und Umwelt, Engagement vor Ort und Übernahme von Verantwortung in der Lieferkette. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist federführend.

Welche Ziele werden durch den CSR-Preis verfolgt?

Der CSR-Preis der Bundesregierung will Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung in ihr unternehmerisches Denken und Handeln einbeziehen, bestärken, fördern und honorieren. Dabei sind ausdrücklich Unternehmen gemeint, die sich aufgemacht haben, ihre Geschäftstätigkeit sozial, ökologisch und ökonomisch verträglich zu gestalten. Dies können Unternehmen sein, die mit nachhaltigen Produkten oder Dienstleistungen Pionierarbeit leisten oder solche, die noch einen langen Weg vor sich haben. Entscheidend ist, dass die Unternehmen ihre Herausforderungen identifiziert, Ziele definiert und erkennbare Maßnahmen ergriffen haben, um ihr Handeln nachhaltiger zu gestalten. Mit der Auszeichnung guter Unternehmenspraxis sollen andere Unternehmen zur Nachahmung motiviert und ein breiter Diskurs über die Wirkung unternehmerischer Verantwortung angestoßen werden.

Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

Die Auswahl der Preisträger basiert auf einer dreistufigen wissenschaftlichen Analyse, die von der imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen mbH als Methodikpartner des BMAS begleitet wird.

In der 1. Stufe werden Unternehmen zu den definierten Aktionsfeldern Unternehmensführung, Markt, Arbeitsplatz, Umwelt und Gemeinwesen befragt. Für jedes Aktionsfeld werden Informationen in 3 Bereichen abgefragt:

  1. Managementansatz: Richtlinien, Strategien und Ziele, Strukturen und Verantwortlichkeiten
  2. Implementierung: Umsetzung der CSR-Maßnahmen und -Programme
  3. Ergebnisse und Wirkungen: erzielte Leistungen und die Effekte für das Unternehmen und die Gesellschaft

Aus der Management-Befragung ergibt sich eine Punkte-Rangordnung. Die 5 bestplatzierten Unternehmen in jeder Größenklasse werden durch die Jury für die nächste Phase des Wettbewerbs nominiert.

Die 2. Stufe des Auswahlverfahrens besteht in einer telefonischen Befragung unabhängiger Stakeholder in Form von leitfadengestützten Interviews. Diese werden qualitativ ausgewertet und dienen dem Abgleich der unternehmerischen Selbsteinschätzung mit einer Außenperspektive.

Eine Experten-Jury aus Mitgliedern des Nationalen CSR-Forums der Bundesregierung entscheidet  in Stufe 3 auf Grundlage des Rankings aus der Management-Befragung sowie den qualitativen Ergebnissen der Stakeholder-Befragung, welches Unternehmen in den Größen- und Sonderpreis-Kategorien nominiert wird und den CSR-Preis der Bundesregierung erhält. Auch wenn ein Unternehmen keinen Preis gewinnt, kann es doch profitieren, da allen Wettbewerbsteilnehmern durch Einzelauswertungen Lern- und Wissensangebote zur kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Leistungen zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen mit umfangreichem Material zum Wettbewerb, zu den vormaligen Gewinnern sowie dem Ort der Einreichung sind online abrufbar.

Erste Orientierung: wie nachhaltig ist mein Unternehmen?

Es wird ein interessanter SCR-Self-Check angeboten. Dieser gibt Unternehmen jeder Branche oder Größe eine erste Orientierung, wie nachhaltig sie aufgestellt sind. Direkt im Anschluss an den ausgefüllten Selbsttest zum CSR-Engagement bekommen Unternehmen eine Auswertung, wo sie stehen und welche nächsten Schritte möglich sind, um ihr CSR-Engagement weiter zu entwickeln. Der Self-Check dient lediglich als grober Richtungsweiser und liefert keine umfassende Analyse der Nachhaltigkeitsaktivitäten von Unternehmen.

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Schlagworte zum Thema:  CSR, Nachhaltigkeitsmanagement