Wird festgestellt, dass ein Liquiditätsengpass droht, müssen Maßnahmen zur Verbesserungen eingeleitet werden Bild: Haufe Online Redaktion

Durch schlechte Zahlungsmoral der Kunden oder erhöhte Ausgaben kann es u. a. immer mal wieder zu Liquiditätsengpässen kommen. Wie Sie gegensteuern können, erfahren Sie hier.

Droht der Liquiditätsengpass müssen sofort Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität ergriffen werden

Stellt man bei der Planung oder dem Plan-Ist-Vergleich fest, dass ein Liquiditätsengpass droht, muss man versuchen, Verbesserungen zu erreichen. Einige Maßnahmen lassen sich schnell umsetzen, bei anderen dauert es Wochen oder Monate, bis sich positive Auswirkungen einstellen. Die Beispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Vorschläge für kurzfristig wirkende Maßnahmen

  • Limitierung von Entnahmen oder sogar Ausgabestopp,
  • (temporäre) Einlagen der Eigentümer,
  • Umsetzung Kosteneinsparungen,
  • Verschieben von Investitionen oder alternative Finanzierung wie Leasing, da so der Auszahlungsbetrag reduziert wird,
  • mit Bank kurzfristige Ausweitung des Kontokorrent vereinbaren,
  • Gewährung von Skonto mit Ausweis des gesparten Betrags, wenn bis zu einem bestimmten Datum gezahlt wird (Achtung: Skonto muss in der Kalkulation enthalten sein, ansonsten sinkt der Gewinn),
  • Rechnungsstellung direkt nach Leistungserbringung, auch bei Kleinbeträgen,
  • eigene Auszahlungen so spät wie möglich tätigen ohne selbst zu überziehen.

Vorschläge für mittel- und langfristig wirkende Maßnahmen

  • Einführung eines Forderungsmanagements.a. mit Bonitätsprüfungen, intensiven Verhandlungen um Zahlungsziele (z. B. bei Neukunden kürzere Fristen als bei Bestandskunden), Vergabe von Kreditlinien (Nur Kunden, die stets pünktlich zahlen, dürfen auf Rechnung kaufen, bei Verzögerungen wird die Möglichkeit des Rechnungskaufs Stück für Stück reduziert. Wer z. B. mehr als dreimal verspätet zahlt, sollte nur noch gegen Vorkasse, (Firmen-)Lastschrift oder Nachname bestellen dürfen), Mahnen säumiger Kunden (zunächst durchaus freundlich, ggf. beim ersten Mal telefonisches Nachhaken, danach Mahnung bis hin zum Eintreiben der Forderung per Gericht);
  • Umschuldung von Krediten, wenn z. B. Kontokorrent stets mehr als 50% beansprucht wird, sollte der Betrag in ein Darlehen umgewandelt werden;
  • Nutzung neuer Finanzierungsquellen wie Leasing, Fördergelder, mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG www.mbg-beteiligungskapital.de/);
  • Nutzung von Factoring (Verkauf und kurzfristige Auszahlung eines Großteils der Forderung, mehr u. a. www.factoring-mittelstand.de, www.factoring-pool-mittelstand.de);
  • Zahlungsbedingungen in Verträgen optimieren, z. B. Höhe und Zeitpunkte von An-, Voraus- und Zwischenzahlungen benennen, Lastschriften vereinbaren, Verzugsbedingungen benennen;
  • Verkauf nicht mehr benötigten Vermögens.

Diese Maßnahmen sollten vermieden werden, da die Nachteile einen möglichen Liquiditätsvorteil übertreffen.

  • Bitte um Ratenzahlungen und Stundungen, da Geschäftspartner Liquiditätsprobleme vermuten und oft keine weiteren Geschäfte tätigen;
  • Erhöhung Kundenskonto (Eilskonto). Auch hier vermuten Geschäftspartner, dass man weitere Nachlässe gibt, weil man Probleme hat.

Maßnahmen systematisch umsetzen

Wer Maßnahmen erfolgreich umsetzen möchte, sollte systematisch vorgehen und einige Regeln beachten. Folgende Punkte sollten v. a. beachtet werden:

  1. Formulierung konkreter Ziele – Was soll mit dieser Maßnahme erreicht werden?
  2. Bestimmung eines verbindlichen Termins – Bis wann soll das Ergebnis spätestens vorliegen?
  3. Festlegung eines Verantwortlichen – Wer soll sich um die Realisierung kümmern?
  4. Bestimmung/Freigabe (zusätzlicher) Ressourcen und Budgets, wenn z.B. Kosten für Bonitätsprüfungen anfallen.
  5. Abgleich Widerspruchfreiheit mit anderen Zielen z. B. Ausgabenstopp vs. zusätzliche Ressourcen.
  6. Bei länger dauernden Maßnahmen Festlegung von Meilensteinen – z. B. bei Einführung Factoring.

Erfolgskontrolle 3–6 Monate nach Abschluss einer Maßnahme – Haben sich z. B. Einzahlungen und Liquidität verbessert?

Lesen Sie zur Liquiditätsplanung auch diese Informationen:

Liquiditätsplanung – Grundlegendes zur Liquiditätsplanung und -steuerung

Liquiditätsplanung richtig erstellen und mit der Realität vergleichen

Schlagworte zum Thema:  Finanz- und Liquiditätsplanung, Liquiditätsmanagement

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