11.07.2016 | Top-Thema Liquidität: Maßnahmen zur Verbesserung

Finanzplanung und Finanzstatus

Kapitel
In diesem kapitel erläutern wir die Begriffe "Finanzplan" und "Finanzstatus".
Bild: Haufe Online Redaktion

Während die Finanzplanung die Gewinnmaximierung unter Aufrechterhaltung einer ausreichenden Liquidität bei Minimierung der Finanzierungskosten verwirklichen soll, stellt der Finanzstatus die augenblickliche Finanzlage und damit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens dar.

Die Finanzplanung sichert die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens auf der Grundlage aller Ein- und Auszahlungen.

Die wesentlichen Ziele der Finanzplanung des Unternehmens sind die:

  • Finanzierung aller Investitionen,
  • Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität,
  • positive Beeinflussung der Rentabilität.

Grundlage der Finanzplanung sind die verschiedenen betrieblichen Teilpläne, z. B. Produktionsplanung, Absatzplanung, Personalplanung, etc.

Finanzplanung zur Sicherung von Liquidität

Der Finanzplan ist das Ergebnis der unternehmerischen Finanzplanung. Die Liquiditätssicherung steht dabei eindeutig im Vordergrund der Finanzplanung, da Zahlungsschwierigkeiten die Existenz des Unternehmens bedrohen. Die Finanzplanung soll die Gewinnmaximierung unter Aufrechterhaltung der Liquidität bei Minimierung der Finanzierungskosten verwirklichen. Damit wird der Finanzplan zum entscheidenden Mittel der Liquiditätssicherung. Aus ihm können sehr deutlich entstehende Liquiditätsengpässe erkannt werden.

Ein wesentliches Unterscheidungskriterium bei den Finanzplänen ist die Zeit. Kurzfristige Finanzpläne umfassen Tage bzw. Wochen, mittelfristige Finanzpläne drei bis zwölf Monate, langfristige Finanzpläne mehrere Jahre.

Feste Finanzplanung und gleitende Finanzplanung

Daneben unterscheidet man die feste und die gleitende Finanzplanung:

  • Bei der festen Finanzplanung wird regelmäßig erst nach Ablauf eines festgelegten Zeitraumes ein neuer Finanzplan erstellt. Ausnahme: Bei gravierenden Änderungen während des Planungszeitraumes müssen diese sofort berücksichtigt werden.
  • Bei der gleitenden Finanzplanung fällt ein abgelaufener Teilzeitraum weg und dafür wird ein neuer Teilzeitraum zugefügt. Gegebenenfalls muss allerdings auch hier die aktuelle Finanzplanung aufgrund neu gewonnener Kenntnisse aktualisiert werden.

Der rollenden oder gleitenden Finanzplanung ist eindeutig der Vorzug einzuräumen, weil dadurch eine größere Flexibilität und Aktualität erreicht wird.     

Finanzstatus zur Insolvenzabwehr

Zur Insolvenzabwehr sollte darüber hinaus jedes Unternehmen einen Finanzstatus erstellen. Der Finanzstatus soll die augenblickliche Finanzlage und damit die Zahlungsfähigkeit darstellen. In größeren Unternehmen wird der Finanzstatus täglich erstellt. Auch in kleineren und mittleren Firmen sollte dies zumindest wöchentlich geschehen.

Mit dem Finanzstatus werden die zu einem bestimmten Zeitpunkt fälligen Schulden den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen flüssigen Mittel gegenübergestellt. Ergebnis ist die Ermittlung des Liquiditätsüberschusses bzw. der Liquiditätsunterdeckung.

Solange der Finanzsaldo positiv ist, ist die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gesichert. Ist der Finanzsaldo negativ, müssen unverzüglich liquiditätssichernde Maßnahmen ergriffen werden. Der Finanzstatus kann jedoch immer nur ein zusätzliches Instrument sein, er reicht zur Beurteilung der ständigen Zahlungsbereitschaft allein nicht aus.

Schlagworte zum Thema:  Finanzplanung, Liquidität, Finanzplan, Unternehmen

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