21.07.2015 | Top-Thema Kunst als Vermögensanlage

Der Künstler als "Marke"

Kapitel
Die unternehmerische Kunstsammlung soll ein Symbol dafür sein, wie in einem Unternehmen gedacht wird.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Flaneur, Dandy und Bohemien spielen auf dem Kunstmarkt keine Rolle mehr, das sind vergangene Zeiten. Heute gelangt nur der Künstler zu Bedeutung, der über Jahre hinweg ausdauernd und systematisch arbeitet und eine „Marke“ aufbaut. Lesen Sie in Kapitel 3, warum dies von Bedeutung ist.

Zwei Arten von Künstler-Oeuvres

Es gibt tendenziell zwei Arten von Künstler-Oeuvres: Eines, das in sich optisch schlüssig und konsequent erscheint, etwa das von Norbert Bisky. Oder eines, in dem der identische kreative Impuls thematisch wie motivisch wie visuell unterschiedliche Lösungen zulässt, wie etwa bei Gerhard Richter oder SEO. In beiden Fällen wird die erwähnte „Marke“ aufgebaut. Der Sammler wird, unterstützt von fachkundigen Menschen, diese Vorgänge in seiner Sammlung widerspiegeln wollen, zumal es vor allem in der Innenwirkung gerade auf die schöpferischen Eigenschaften und den diskursiven Austausch ankommt.

Die Intention einer unternehmerischen Kunstsammlung

Die Sammlung der Wallrich Asset Management AG ist aus einer Kombination von Intuition und ausgewiesener Fachkenntnis entstanden, und einst durch die Begegnungen mit einem der bedeutendsten Sammler-Ehepaare der Welt, Irene und Peter Ludwig (Aachen) entscheidend beeinflusst worden. Die Werke sollten als Kunst zu innovativem Denken und zur Kommunikation anregen, aber auch Vertrauen in Kontinuität schaffen und Traditionen in den wachsenden Wert der Kunst projizieren.

Herzstücke der Sammlung sind Bilder (auch auf Papier) von Norbert Bisky, der mit praktisch allen Schaffensperioden in der Sammlung vertreten ist und die den enzyklopädischen Aspekt der Sammlung repräsentieren. Werke u. a. von Ralph Fleck und der Malerin und Bildhauerin SEO runden die Sammlung ab, wobei besonders die Bilder von SEO bemerkenswert sind, da sie vom Konzept her international sind, will sagen, europäische mit asiatischen Sichtweisen kombinieren und durch ihre Rekonstruktions-Ästhetik Modelle einer künftigen Welt-Kunst darstellen. Die Sammlung Wallrich verdeutlicht eine realistisch orientierte Weltsicht und stellt den handelnden Menschen (wie im Werk von Bisky und SEO) in den Vordergrund.

Die Integration der Sammlung in das eigene Unternehmen richtet sich nicht nur an die Mitarbeiter, sondern sendet positive Signale auch an die Kunden und Partner, weil durch sie symbolisch dokumentiert ist, wie im Unternehmen gedacht wird. Durch Kunst im Unternehmen wird nicht nur die Arbeitswelt aufgewertet und eine weitere Identifikationsmöglichkeit mit dem Unternehmen gegeben, sondern sie stellt auch das Unternehmen in ein positives Licht für den Kunden (Imagepflege, positives Image als Wettbewerbsvorteil), und sie demonstriert darüber hinaus gesellschaftliche Verantwortung und Sozialkompetenz.

Nicht zuletzt stellt die Sammlung auch einen Vermögenswert dar. Die Preise für die in der Sammlung vertretenen Künstler sind in den vergangen Jahren weit stärker gestiegen, als die anderer Anlageformen und sie unterliegen auch nicht so stark kurzfristigen Schwankungen wie diverse Anteilscheine. Auch das ist eine „Win-Win“-Situation.

Schlagworte zum Thema:  Kunst, Unternehmenskultur, Vermögensanlage

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