| Haushaltsnahe Dienstleistungen

Kosten von Schneeräumdiensten für die Privatwohnung sind absetzbar

Die Schneeräumkosten waren im letzten Winter besonders hoch
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der lange und harte Winter hat auch finanzielle Konsequenzen: Die Schneeräumkosten schlagen dieses Mal teuer zu Buche: Sei es durch Nebenkostenabrechnungen über die Hausverwaltung oder durch Schneeräumdienste, die direkt abrechnen.

Wurde nun für die private Wohnung Schnee geräumt, so entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg im Urteil vom 23.8.2012, 13 K 13287/10, DSt-RE 2013, 403, sind diese Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar.

Die Finanzverwaltung hingegen argumentiert, dass öffentliche Gehwege, für die eine Räumpflicht besteht, nicht zum Haushalt gehörten (BMF, Schreiben vom 15.2.2010, IV C 4 – S 2296-b/07/0003, BStBl I 2010, 140). Dementsprechend lehnt die Verwaltung die Steuerersparnis ab.

Letzten Endes wurden auch die Finanzbeamten angewiesen, die Kosten nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen anzuerkennen. Diese käme bei den zu erwartenden Kosten des Winters 2012/2013 besonders hart – bringt dem Staat aber offensichtlich Einsparungen. Konkret werden Räumkosten abgelehnt, die den öffentlichen Part – wie beispielsweise öffentliche Gehwege betreffen, da dieser Teil nicht zum Haushalt gehören würde. Eine Aufteilung oder anteilige Schätzung wird nach Verwaltungsmeinung ebenso abgelehnt. Die Richter erteilten dieser fiskalischen Auffassung eine klare Abweisung. Somit sind die Kosten steuerlich absetzbar.

Praxis-Hinweis

Die Finanzverwaltung hat Revision eingelegt und der BFH wird das letzte Wort haben (Aktenzeichen des BFH: VI R 55/12). Halten Sie daher ggf. – egal wie die Verwaltung entscheidet – den Vorgang offen. Legen Sie Einspruch ein und beziehen Sie sich auf das obig genannte Urteil bzw. das Revisionsaktenzeichen.

Schlagworte zum Thema:  Winterdienst, Haushaltsnahe Dienstleistungen

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