31.05.2017 | Top-Thema Körperschaftsteuererklärung 2016

Körperschaftsteuererklärung 2016: Erläuterung des Mantelbogens KSt 1 A

Kapitel
Der Umfang des Vordrucks 2016 hat sich gegenüber dem Vorjahr halbiert.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Mantelbogen zur Körperschaftsteuererklärung 2016 – Vordruck KSt 1 A – ist immer auszufüllen. Im Folgenden wird das amtliche Formulare erläutert. Dabei werden primär die Zeilen und Angaben angesprochen, die in den meisten Fällen erforderlich sind.

Allgemeine Angaben

Im Vordruck der Körperschaftsteuererklärung KSt 1 A (Mantelbogen) sind in den Zeilen 1 – 16 die allgemeinen Angaben zu Firma, Anschrift, gesetzlichen Vertretern, ein abweichender Empfangsbevollmächtigter bzw. Postempfänger etc. einzutragen. Wichtig ist, dass in den Zeilen 13 – 13c die Bankverbindung mit IBAN und BIC eingetragen wird.

Besteht ein abweichendes Wirtschaftsjahr oder war das Jahr 2016 ein Rumpfwirtschaftsjahr, ist in Zeile 16 dessen Beginn und Ende zu erfassen. In den Zeilen 17 – 19a sind die zusammen mit der Erklärung einzureichenden Anlagen anzukreuzen.

Sollte die Erklärung ausnahmsweise noch auf Papier abgegeben werden, ist auch an die Unterschrift zur Steuererklärung auf Seite 1 unten zu denken.

Mantelbogen deutlich geschrumpft

Der Umfang des Vordrucks 2016 hat sich mit nur noch 3 Seiten gegenüber dem Vorjahr halbiert. Dies ist jedoch kein Ausfluss einer Steuervereinfachung, sondern es wurden umfangreiche Abschnitte auf die ab 2016 neu geschaffene Anlage GK ausgegliedert. Damit sind auf den Seiten 2 und 3 gegenüber den Vorjahren einige Änderungen verbunden. In technischer Hinsicht besteht die Aufgabe des Vordrucks in weiten Teilen nur noch darin, die Berechnungsergebnisse bzw. Daten der jeweiligen Anlagen zu übernehmen.

Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte

Die Berechnung beginnt zunächst mit dem Abschnitt "Ermittlung der Summe der Einkünfte". War bisher der Abschnitt "Bilanzielles Ergebnis" Ausgangspunkt für die Einkommensermittlung, so beginnt die Ermittlung auf Seite 2 nunmehr in Zeile 49c. In diese Zeile ist das Ergebnis der Berechnung aus der neuen Anlage GK zu übertragen – die ermittelten Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Gesellschaft.

Die weiteren Zeilen betreffen zumeist Sonderfälle; allenfalls die Zeilen 52 bzw. 52a mit abzuziehender ausländischer Steuer können öfters relevant sein. Hierher wird das Ergebnis der Berechnung in der Anlage AESt übertragen.

In Zeile 54 ermittelt sich als Zwischenwert die Summe der Einkünfte.

Es folgt der Abschnitt "Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte". Zunächst werden in Zeile 56 die abzugsfähigen Zuwendungen (Spenden) gekürzt. Deren Ermittlung wird auf der Anlage Z vorgenommen und hierher übertragen.

Ein evtl. nicht abzugsfähiger Verlust (§ 8c KStG) des laufenden Wirtschaftsjahrs wird in Zeile 63a hinzuaddiert. Die Berechnung hierzu ist im Regelfall außerhalb der Erklärung auf einer gesonderten Anlage darzustellen.

Die nachfolgenden Zeilen sind allenfalls bei einer körperschaftsteuerlichen Organschaft oder bei Umwandlungstatbeständen relevant. Damit ergibt sich in Zeile 67 bereits der Gesamtbetrag der Einkünfte.

Ermittlung des zu versteuernden Einkommens

Das bisherige Ergebnis vermindert sich ggf. um einen Verlustabzug in den Zeilen 70 und 71, dessen Ermittlung auf der neuen Anlage Verluste erfolgt und von dort hierher übertragen wird. Der in 2016 zu berücksichtigende Verlustabzug aus früheren Jahren vermindert den Gesamtbetrag der Einkünfte bis maximal auf ein Einkommen von 0 EUR.

Von dem in Zeile 73 errechneten Einkommen können Vereine bzw. land- und forstwirtschaftliche Genossenschaften in Zeile 74 einen Freibetrag von 5.000 EUR oder 15.000 EUR (§ 24 und 25 KStG) unter den in den §§ 24 bzw. 25 KStG genannten Voraussetzungen abziehen.

Nachdem sämtliche Eintragungen zusammengerechnet wurden, ergibt sich in Zeile 75 das zu versteuernde Einkommen der Körperschaft.

Köperschaftsteuersatz anwenden

Weiter geht es in der Zeile 75a, in welcher das zu versteuernde Einkommen mit dem Steuersatz von 15 % multipliziert wird. Es ergibt sich in der rechten Spalte die festzusetzende Körperschaftsteuer, vor eventuellen Erhöhungen oder Steueranrechnungen.

Musste für Ausschüttungen auf früheres EK 02 zurückgegriffen werden, kommt es zur "Nachbelastung" dieser Einkommensteile und deshalb zu einer Körperschaftsteuererhöhung. Diese Eintragung in Zeile 77a kann aber nur noch für Gesellschaften relevant sein, die einen Antrag auf Fortführung des EK 02 gestellt haben, für alle anderen Körperschaften war eine Erhöhung der Körperschaftsteuer letztmals bei Ausschüttungen vor dem 31.12.2006 ggf. ein Thema.

Schlagworte zum Thema:  Körperschaftsteuererklärung, Körperschaftsteuer, Steuererklärung, Formular, Vordruck

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