Kapitel
Anrechenbare Steuerabzugsbeträge und Gewinnausschüttungen gehören in die Anlage WA. Bild: MaxFrost

Erfreulicherweise blieb die Anlage WA zur Körperschaftsteuererklärung 2016 gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. Doch einige Änderungen im Detail sind zu beachten.

Die Anlage WA dient der

  • Berücksichtigung von in 2016 einbehaltenen und damit auf die Steuerschuld anrechenbaren Steuerabzugsbeträgen und
  • Erklärung von in 2016 erfolgten Gewinnausschüttungen der Gesellschaft.

Die anrechenbaren Steuerabzugsbeträge ergeben sich aus den vorliegenden Steuerbescheinigungen. Diese können z. B. aus Dividendeneinnahmen bzw. Gewinnausschüttungen anderer Kapitalgesellschaften oder aus Zinserträgen der Gesellschaft resultieren. Doch auch Kapitalertragsteuer bzw. Abgeltungsteuer aus Erträgen von Wandelanleihen, Gewinnobligationen oder einem partiarischen Darlehen kommen in der Praxis vor. Gleiches gilt für Erträge aus Genussrechten, Lebensversicherungen oder aus einer stillen Beteiligung.

Dauer des Wirtschaftsjahrs

Eine Änderung betrifft gleich die Zeile 1. Hierin ist die Dauer des Wirtschaftsjahrs zu erklären.

Anrechenbare Steuerabzugsbeträge

Doch auch zu den nachfolgenden Zeilen 2 – 9 ergaben sich Änderungen. Hierin sind die anrechenbaren Steuerabzugsbeträge einzutragen; reichten hierzu im Vorjahr noch 5 Zeilen aus, stehen ab 2016 nunmehr 8 Zeilen zur Verfügung.

Die anrechenbaren Kapitalertragsteuern werden in Zeile 2, 4 oder 6 eingetragen, aufgeteilt in "eigene" anrechenbare Beträge (Zeile 2), in Werte aus einer mitunternehmerischen Beteiligung (Zeile 4) und in die Kapitalertragsteuer, für welche die Voraussetzung des § 36a Abs. 1 Satz 1 EStG nicht erfüllt sind und welche daher nur i. H. v. 2/5 angerechnet werden (Zeile 6).

Auch wenn ein Abzug der Kapitalertragsteuer in Zeile 6 auf 2/5 beschränkt ist, muss in dieser Zeile bei der Kennzahl 261 der Betrag in voller Höhe eingetragen werden. Die Reduzierung auf 2/5 ist für diese Kennzahl maschinell hinterlegt.

Entsprechend der Aufteilung bei der Kapitalertragsteuer ist auch der dazu jeweils einbehaltene Solidaritätszuschlag aufzuteilen, in Steuerabzüge aus originären Erträgen der Gesellschaft (Zeile 3), in Beträge aus einer Mitunternehmerschaft (Zeile 5) und in Solidaritätszuschlag zur sog. 2/5-Kapitalertragsteuer (Zeile 7).

Sodann folgen die neuen Zeilen 8 und 9, die aber nur für beschränkt steuerpflichtige Vergütungsgläubiger relevant sind. Bestand in 2016 zeitweise eine unbeschränkte Steuerpflicht sind hier nur die Kapitalertragsteuern bzw. die Solidaritätszuschläge einzutragen, die auf die Zeitspanne der beschränkten Steuerpflicht entfallen. Die übrigen Beträge werden in die darüber liegenden Zeilen eingetragen.

Die nachfolgenden Zeilen 11 und 12 betreffen die Anrechnung ausländischer Steuern auf inländische Einkünfte i. S. d. § 50d Abs. 10 EStG; ein eher seltener Fall.

Gewinnausschüttungen der Gesellschaft

In den nachfolgenden Zeilen sind Gewinnausschüttungen der Gesellschaft zu erklären. Zu beachten ist hierbei, dass für den Eintrag einer Gewinnausschüttung nicht maßgebend ist, für welches Jahr diese beschlossen wurde, sondern in welchem Jahr die Ausschüttung abgeflossen bzw. erfolgt ist. Deshalb wird auch nicht mehr wie früher in eine Gewinnausschüttung nach Ablauf des Wirtschaftsjahrs bzw. in eine Vorabausschüttung unterschieden.

Die Eintragungen hierzu erstrecken sich grundsätzlich auf 3 Zeilen. In Zeile 13 wird für eine Gewinnausschüttung, die auf einer den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Beschlussfassung beruht – offene Gewinnausschüttung –, der Tag der Beschlussfassung eingetragen. In Zeile 14 ist der Tag der Zahlung (Abflusszeitpunkt) der Gewinnausschüttung und in Zeile 15 die Höhe der Ausschüttung zu erklären. Wurden mehrere Gewinnausschüttungen beschlossen, wird hier die Summe aller in 2016 erfolgten Ausschüttungen erklärt.

Sodann sind andere Gewinnausschüttungen und sonstige Leistungen einzutragen. In der Praxis wird es sich dabei im Wesentlichen um verdeckte Gewinnausschüttungen handeln. Hierzu erfolgt in Zeile 16 die Angabe des Datums des Abflusses und in der Zeile 16a die Angabe der Höhe der jeweiligen Leistung.

Getrennt davon sind Liquidationszahlungen in den Zeilen 17 – 19 zu berücksichtigen. Hierbei ist der Zeitpunkt der Leistung unerheblich, jedoch muss eine Trennung nach der Art der Leistungen erfolgen, sodass für eine Abschlagszahlung bzw. die Schlussauskehrung jeweils getrennte Eingaben erforderlich sind. Auch muss unterschieden werden, ob mit der jeweiligen Liquidationszahlung thesaurierte Gewinne ausgezahlt werden oder ob darin eine Rückzahlung des Nennkapitals zu sehen ist.

Minderung des steuerlichen Einlagekontos

Sind Gewinnausschüttungen/Leistungen erfolgt, muss in Zeile 20b noch die Höhe einer ggf. bescheinigten Minderung des steuerlichen Einlagekontos eingetragen und bei mehreren Bescheinigungen ggf. die Zeile 20c angekreuzt werden. In Zeile 20d bzw. 20e wird an die zur Gewinnausschüttung bzw. erfolgten Leistung zu übermittelnde elektronische Anmeldung der Kapitalertragsteuer erinnert.

Namen und Anschriften der Anteilseigner

Praxisrelevant sind dann wieder die weiteren Angaben zu den beteiligten Gesellschaftern, die in den Zeilen 21 – 25 erbeten werden. Zudem ist in der Zeile 26 mitzuteilen, ob sich bei den Daten zu den Gesellschaftern eine Änderung ergeben hat.

Vereinbarungen mit Anteilseignern

In den Zeilen 28 – 32 werden Daten über bestehende Verträge mit Anteilseignern bzw. nahe stehenden Personen und den dazu geleisteten Vergütungen erfragt.

Aufsichtsratsvergütungen

Sofern Aufsichtsratsvergütungen gezahlt worden sind, müssen die Daten zu Empfänger, Höhe der Vergütung und Tag der Auszahlung in den Zeilen 33 – 34a eingetragen werden. Sollte ein Aufsichtsrat in Deutschland nur beschränkt steuerpflichtig sein, sind die sog. Aufsichtsratsteuer als Steuerabzug einzubehalten und in den Zeilen 39 ff. die entsprechenden Angaben zu erklären.

Ausländische Betriebsstätten und Beteiligungen

Bei ggf. bestehenden ausländischen Betriebsstätten und Beteiligungen wird in den Zeilen 35 – 38 an die damit zusammenhängende Meldepflicht erinnert.

Einzubehaltender Steuerabzug

In den Zeilen 39 – 45 sind Daten zu einem ggf. einzubehaltenden Steuerabzug erforderlich, wie dies z. B. für eine Lizenzzahlung ins Ausland der Fall sein kann.

Abgezogene Investitionsabzugsbeträge

Es folgen die Zeilen 46 – 49. Hier werden in den Jahren 2012 – 2015 abgezogene Investitionsabzugsbeträge erklärt, deren Abzug in diesen Jahren wieder rückgängig zu machen ist. Es kommt insoweit zu einer Änderung der Vorjahresbescheide. Anlass dafür kann z. B. eine nicht erfolgte bzw. zu geringe Investition oder eine Fehlverwendung des investierten Wirtschaftsguts sein.

Schlagworte zum Thema:  Körperschaftsteuererklärung, Körperschaftsteuer, Steuererklärung, Formular, Vordruck

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