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Kettenschenkungen: Eltern – Kind – Schwiegerkind

Während der Gesetzgeber im Grunderwerbsteuerrecht Schwiegerkinder wie Kinder begünstigt, ist das im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht anders. Wollen die Eltern auch den Schwiegerkindern etwas zukommen lassen, stehen diese meist vor dem Problem der niedrigen Freibeträge. Hier hilft ein BFH-Beschluss.

Während der Gesetzgeber im Grunderwerbsteuerrecht Schwiegerkinder genauso begünstigt wie die Kinder selbst, ist das im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht anders. Bei Schenkungen an Kinder gilt (pro Elternteil) ein Freibetrag von EUR 400.000. Bei Schwiegerkindern bleiben nur EUR 20.000 frei. Schenkungen bzw. Erbschaften innerhalb von zehn Jahren rechnet das Finanzamt zusammen.

Wollen die Eltern nicht nur den Kindern, sondern auch den Schwiegerkindern etwas zukommen lassen, stehen die Schwiegerkinder je nach Umfang der Schenkung vor dem Problem der niedrigen Freibeträge. Das Problem kann man dadurch lösen, dass z. B. ein Elternteil die Schenkung zunächst an sein Kind (Freibetrag EUR 400.000) und das Kind danach an seinen Ehegatten (Freibetrag EUR 500.000) leistet.

Das Kind darf sich allerdings im Rahmen der Schenkung durch den Elternteil nicht zur Weiterschenkung an seinen Ehegatten verpflichten bzw. auch sonst eine eigene Entscheidungsmöglichkeit behalten. Andernfalls nimmt das Finanzamt eine Schenkung vom Elternteil an das Schwiegerkind (Freibetrag EUR 20.000) an. Dies hat der BFH mit Beschluss vom 30. November 2011 (Az: II B 60/11) noch mal bestätigt.

Hinweis

Der BFH sieht es als unschädlich an, wenn der Schenker weiß, dass der Beschenkte das Geschenk „weiterschenkt“.

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