Künstlersozialabgabe und Mindestlohn

Die Künstlersozialabgabe wurde gesenkt. Außerdem hat der Gesetzgeber den Mindestlohn unter die Lupe genommen.

Wer als Unternehmer Aufträge an Grafiker, Designer oder Texter erteilt, muss für derartige Dienstleistungen die Künstlersozialabgabe zahlen.

Diese Pflicht kann sich recht schnell ergeben – zum Beispiel

  • beim Relaunch des Internetauftritts oder
  • bei der Gestaltung neuer Werbeprospekte.

Und das gilt unabhängig davon, ob die beauftragten Kreativen Mitglieder in der Künstlersozialkasse sind oder nicht. Viele Unternehmen wissen jedoch nichts von dieser Verpflichtung und laufen damit Gefahr, bei einer Prüfung nicht nur die Abgabe nachzahlen zu müssen, sondern auch Säumniszuschläge oder gar Geldbußen.

Die gute Nachricht aber lautet: Die Künstlersozialabgabe wird 2017 gesenkt – von derzeit 5,2% auf 4,8%. So heißt es in der Künstlersozialabgabe-Verordnung 2017. Möglich wurde die Beitragssenkung, weil die Deutsche Rentenversicherung und die Künstlersozialkasse die Unternehmen verschärft prüfen. Betriebsprüfungen führten im vergangenen Jahr zu einem Einnahmeplus von rund 30 Millionen EUR.

Um die Künstlersozialabgabe zu ermitteln, werden die Honorare sowie alle gezahlten Auslagen und Nebenkosten zusammengerechnet. Die Umsatzsteuer bleibt außen vor, wenn sie gesondert ausgewiesen ist. Auf die Summe all dieser Beträge muss dann die Künstlersozialabgabe gezahlt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen von der Regel: Wenn die Aufträge an kreative Dienstleister innerhalb eines Kalenderjahres eine Summe von 450 EUR nicht überschreiten, besteht keine Abgabepflicht. Aufträge an eine GmbH sind ebenfalls nicht abgabepflichtig.

Unternehmen, die kreative Dienstleister beauftragen, müssen

  • sich bei der Künstlersozialkasse melden und
  • die Abgabe bis zum 31. März des Folgejahres selbst berechnen.

Danach müssen die Firmen monatliche Vorauszahlungen auf die Künstlersozialabgabe leisten – es sei denn, der vorauszuzahlende Betrag beläuft sich auf nicht mehr als 40 EUR. Achtung: Unternehmen dürfen ihren Dienstleistern nicht die Künstlersozialabgabe vom Honorar abziehen – oder von Vorneherein ein geringeres Honorar ausmachen. Solche Vereinbarungen sind nichtig.

Unternehmen, die sich den bürokratischen Aufwand sparen wollen, können sich einer Ausgleichsvereinigung anschließen. Die übernehmen dann die verwaltungstechnische Koordination mit der Künstlersozialkasse. Damit entfallen die Aufzeichnungspflichten für die Unternehmen – und sie müssen zumindest in diesem Punkt mit keiner Betriebsprüfung rechnen.

Mindestlohn unter der Lupe

Ab 2017 wird die Lohnuntergrenze von derzeit 8,50 auf 8,84 EUR pro Stunde angehoben. Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer – außer für Langzeitarbeitslose nach einer Arbeitsaufnahme in den ersten sechs Monaten. Auch für Auszubildende und Pflichtpraktikanten greift der Mindestlohn nicht.