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Die Nutzung des Investitionsabzugsbetrag kann eine Maßnahme zur Sicherung der Liquidität Ihres Unternehmens sein. Hier erfahren Sie, was Sie tun und beachten müssen.

Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag ermöglicht die Vorverlagerung von Abschreibungsbeträgen in ein Wirtschaftsjahr vor der Anschaffung oder Herstellung eines begünstigten Wirtschaftsguts.

Begünstigt sind abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (Pkw, PC, Maschinen, Trivialsoftware, geringwertige Wirtschaftsgüter). Immaterielle Wirtschaftsgüter (Software) sind nicht begünstigt.

Investitionsabzugsbetrag - Steuerstundung für kleine und mittlere Betriebe

Durch die Vorverlagerung von Abschreibungsbeträgen wird die Wettbewerbssituation kleiner und mittlerer Betriebe verbessert. Der Investitionsabzugsbetrag führt lediglich zu einer Steuerstundung, wodurch Mittel angespart werden können, um dem Unternehmen die Finanzierung von Investitionen zu erleichtern.

Was sind kleine und mittlere Betriebe, die den Investitionsabzugsbetrag nutzen dürfen?

Kleine und mittlere Betriebe sind:

Bilanzierende Gewerbetreibende

Betriebsvermögen bis

235.000 EUR

Bilanzierende Freiberufler

Betriebsvermögen bis

235.000 EUR

Land- und Forstwirtschaft ohne Einnahme-Überschussrechnung

Wirtschafts-/Ersatzwirtschaftswert bis

125.000 EUR

Einnahme-Überschussrechner

Gewinn (ohne Berücksichtigung des Investitionsabzugsbetrages) bis

100.000 EUR

Gewinnminderung bereits vor der Anschaffung oder Herstellung

Bereits im Wirtschaftsjahr vor Berücksichtigung der Sonderabschreibungen können für die Investition eines begünstigten Wirtschaftsguts Abschreibungen vorgezogen werden. Unternehmer können (Wahlrecht) den Gewinn um bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens mindern. Dies gilt sowohl für neue als auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter. Die Gewinnminderung erfolgt außerhalb der Bilanz um bilanztechnische Probleme zu vermeiden.

Zeit bis zur Investition ist begrenzt

Unternehmer müssen die Absicht haben, das begünstigte Wirtschaftsgut voraussichtlich innerhalb von 3 Jahren nach dem Jahr der Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrages anzuschaffen oder herzustellen. Ein Abzug im Wirtschaftsjahr der Investition ist nicht möglich.

Wirtschaftsgut muss überwiegend betrieblich genutzt werden

Ein Investitionsabzugsbetrag kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn das begünstigte Wirtschaftsgut

  • voraussichtlich mindestens bis zum Ende des nächsten Wirtschaftsjahres nach der Investition in der Bilanz einer inländischen Betriebsstätte aktiviert wird und
  • zusätzlich ausschließlich oder fast ausschließlich, d. h. zu mindestens 90 %, betrieblich genutzt wird.

Hier ist die Prognose entscheidend. Stellt sich bei der Anschaffung heraus, dass diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, wurde kein begünstigtes Wirtschaftsgut angeschafft oder hergestellt.

Werden die Verbleibens- und Nutzungsfristen nicht mehr erfüllt, z. B. weil das Wirtschaftsgut vorzeitig in das Privatvermögen überführt wird, muss der Investitionsabzugsbetrag rückgängig gemacht werden.

Wirtschaftsgut muss nicht mehr benannt werden

Ab 2016 ist eine „Verwendung“ für ein beliebiges bewegliches Wirtschaftsgut möglich. Damit kann flexibel entschieden werden, für welche begünstigten Investitionen Investitionsabzugsbeträge verwendet werden sollen. Bei den bis zum 31.12.2015 geltenden Regelungen ist das Wirtschaftsgut, das voraussichtlich angeschafft oder hergestellt werden soll, mit den voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu benennen.

Investitionsabzugsbetrag ist begrenzt

Der Höchstbetrag der Investitionsabzugsbeträge für die insgesamt am Stichtag abgezogenen Beträge ist auf 200.000 EUR begrenzt. Dieser Betrag vermindert sich um die in den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren berücksichtigten Abzugsbeträge, die noch „vorhanden“ sind, d.h. nicht wieder hinzugerechnet oder rückgängig gemacht wurden. Zusätzlich sind noch bestehende Ansparabschreibungen nach § 7g EStG a.F. auf den Höchstbetrag anzurechnen.

Direkte Gewinnminderung mindert das AfA-Volumen

Wird das begünstigte Wirtschaftsgut, für das ein Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen wurde, angeschafft oder hergestellt, können (Wahlrecht) die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten um bis zu 40 % gewinnmindernd reduziert werden.

Hierdurch vermindert sich jedoch die Bemessungsgrundlage für die weiteren Abschreibungen.

Gleichzeitig muss (Pflicht) der für dieses Wirtschaftsgut berücksichtigte Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten außerhalb der Bilanz dem Gewinn hinzugerechnet werden. Die Hinzurechnung ist aber auf den abgezogenen Investitionsabzugsbetrag für das begünstigte Wirtschaftsgut begrenzt.

Entsprechen die prognostizierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten dem tatsächlichen Investitionsaufwand, ergeben sich im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung bei einer Kürzung der Bemessungsgrundlage der Abschreibung keine Gewinnauswirkungen.

Die außerbilanzielle gewinnerhöhende Hinzurechnung kann durch die gewinnmindernde Kürzung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des investierten Wirtschaftsguts vollständig kompensiert werden – siehe Beispiel.

Auswirkungen ergeben sich,

  • wenn die tatsächlichen Kosten höher sind als die prognostizierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten Die Differenz mindert als Aufwand den Gewinn.
  • wenn die tatsächlichen Kosten niedriger sind als die prognostizierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Da die Hinzurechnung auf 40 % der (geringeren) Investitionskosten beschränkt ist, muss der Differenzbetrag spätestens nach Ablauf der Investitionsfrist rückwirkend Gewinn erhöhend erfasst werden.

Eine rückwirkende Hinzurechnung entfällt nur dann, wenn innerhalb des verbleibenden Investitionszeitraums nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das begünstigte Wirtschaftsgut anfallen.

Die ursprüngliche Gewinnminderung wird korrigiert wenn…

… nicht investiert wird.

Unterbleibt die geplante Investition, für die ein Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen wurde, innerhalb des Investitionszeitraumes, ist der Abzug des Investitionsabzugsbetrages rückgängig zu machen. In diesem Fall wird die Veranlagung des Wirtschaftsjahres des Abzugs entsprechend korrigiert, d. h. der ursprüngliche Abzug wird nicht mehr berücksichtigt, was zu einer entsprechenden Gewinnerhöhung führt. § 7g Abs. 3 EStG enthält eine entsprechende verfahrensrechtliche Änderungsvorschrift.

Als Folge kann sich eine Verzinsung der daraus resultierenden Steuernachforderungen (§ 233a AO) ergeben.

… das Wirtschaftsgut nicht entsprechend genutzt wird.

Wenn zunächst ein begünstigtes Wirtschaftsgut angeschafft oder hergestellt wird, die Investition aber nicht

  • bis zum Ende des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung folgenden Jahres in einer inländischen Betriebsstätte des Betriebs ausschließlich oder
  • fast ausschließlich, d. h. zu mindestens 90 %, betrieblich genutzt wird,

muss der ursprüngliche Investitionsabzugsbetrag rückgängig gemacht werden. § 7g Abs. 4 EStG enthält eine entsprechende Änderungsvorschrift. Auch dies führt wieder zu Nachzahlungszinsen (§ 233a Abs. 2a AO).

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