19.04.2013 | Top-Thema Herstellungskostenuntergrenze: Folgen der Übergangsregelung für Betriebe

Herstellungskostenuntergrenze: Aktueller Stand

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Das Bundeskabinett hat am 20. März 2013 die EStÄR 2012 in der Fassung des Bundesratsbeschlusses verabschiedet, d.h. unter Berücksichtigung der Anhebung der steuerlichen Herstellungskostenuntergrenze. Mit einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 25. März soll aber die alte Regelung vorläufig in Kraft bleiben.

Am 14.12.2012 hat der Bundesrat in der letzten Sitzung des Jahres 2012  den Einkommensteuer-Änderungsrichtlinien 2012 (EStÄR 2012) unter Vorbehalt zugestimmt. Der Bundesrat bestand noch auf eine Übergangsregelung  zur Deckelung steuerlicher Rückstellungen in der Steuerbilanz (BR-Drs. 681/12(B)) und hat deshalb auch nur den EStÄR 2012 unter Vorbehalt zugestimmt. Die EStÄR 2012 lösen die Einkommensteuer-Richtlinien (EStR) 2008 ab und treten erst nach Veröffentlichung im Bundessteuerblatt (BStBl) in Kraft. Das Bundeskabinett hat nun am 20.03.2013 ohne weitere Änderungen den EStÄR 2012 in der Fassung des Bundesratsbeschlusses verabschiedet, d.h. unter Berücksichtigung der Anhebung der steuerlichen Herstellungskostenuntergrenze und der Übergangsregelung zur steuerlichen Rückstellungsbewertung.  Die EStÄR 2012 sind deshalb für die mittelständischen Unternehmen in Deutschland von großer Bedeutung.

Trotz Aufschub: Unternehmen müssen sich informieren

Die Herstellungskostenuntergrenze wird für Unternehmen spürbar angehoben werden. Künftig sind angemessene Teile der Aufwendungen für die allgemeine Verwaltung, für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung in der steuerlichen Wertermittlung der Herstellungskosten mit einzubeziehen. Die Ermittlung dieser Kostenteile dürfte den mittelständischen Unternehmen in Deutschland viele Probleme bereiten.

Deshalb wurde zeitgleich mit den EStÄR 2012 ein BMF-Schreiben mit Datum vom 25.03.2013 (IV C6 – S 2133/09/10001:004) veröffentlicht, dass die Beibehaltung der bisherigen Herstellungskostenuntergrenze nach R 6.3 Abs. 4 EStR 2008 solange ermöglicht, bis eine abschließende Beurteilung der Bürokratiekosten  vorgenommen wurde, jedoch spätestens bis zu einer Neufassung der Einkommensteuerrichtlinien. Somit kommt es vorerst nicht zu einer Anhebung der steuerlichen Herstellungskostenuntergrenze. Dennoch sollten die Unternehmen die Zeit nutzen, um sich rechtzeitig zu informieren und sich auf die Neuerungen einstellen. Es ist derzeit nämlich nicht absehbar wann mit einer Aufhebung des BMF-Schreibens und der Folge eines verpflichtenden Vollkostenansatzes zu rechnen ist.

Schlagworte zum Thema:  Herstellungskosten, Einkommensteuer

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