09.11.2011 | Steuern & Finanzen

Gutscheine: Wann muss Umsatzsteuer abgeführt werden?

Kinogutscheine können oft sowohl für den Film als auch für Popcorn oder Softgetränke eingelöst werden. Die Leistung ist dann nicht genau bezeichnet. Sie unterliegt erst bei der Einlösung des Gutscheins der Umsatzsteuer.

In der Verfügung vom 25. August 2011 (Az. S 7270 / 3) nimmt die Oberfinanzdirektion (OFD) Karlsruhe Stellung, wann bei der Ausgabe eines Gutscheines bereits Umsatzsteuer abzuführen ist und wann nicht.

So handelt es sich lediglich um den Umtausch eines Zahlungsmittels in ein anderes Zahlungsmittel (z. B. Bargeld in einen Gutschein), wenn Gutscheine ausgegeben werden, die nicht zum Bezug von hinreichend bezeichneten Leistungen berechtigen. Die Hingabe des Gutscheins selbst stellt keine eigenständige Lieferung dar. Ebenso liegt keine Anzahlung i. S. d. § 13 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG vor, da die Leistung nicht hinreichend konkretisiert ist. Erst bei der Einlösung des Gutscheins unterliegt die Leistung der Umsatzsteuer. Beispiele hierfür sind z. B. Kinogutscheine, der sowohl für Filmvorführungen als auch beim Erwerb von Speisen (z. B. Popcorn) und Getränken eingelöst werden kann.

Sind dagegen bestimmte, konkret bezeichnete Leistungen Gegenstand des Gutscheins, unterliegt der gezahlte Betrag als Anzahlung der Umsatzbesteuerung gemäß § 13 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG. Wird die Leistung dann ausgeführt unterliegt nur noch der ggf. noch zu zahlende Differenzbetrag der Umsatzsteuer. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Restaurant einen Gutschein über ein Frühstücksbuffet ausstellt.

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