Jederzeit liquide zu sein ist für Unternehmen überlebenswichtig Bild: Corbis

Für das dauerhafte Bestehen eines Unternehmens sind Liquiditätsplanung und -steuerung essentiell. Grundlegendes finden Sie hier zusammengefasst.

Über eine ausreichende Liquidität zu verfügen, ist für jedes Unternehmen überlebenswichtig. Liquide sein bedeutet, allen Zahlungsverpflichtungen jederzeit uneingeschränkt nachkommen zu können.

Um liquide zu bleiben ist gute Planung erforderlich 

Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen Unternehmen eine Liquiditätsplanung. In ihr werden alle Ein- und Auszahlungen zu dem Zeitpunkt geplant, an denen es zu einer Kontobewegung kommt. Die Liquiditätsplanung wird zusätzlich zur Buchhaltung benötigt, da Buchhaltungsdaten (Umsatz – Aufwand = Gewinn) oft nicht mit der Kontobewegung übereinstimmen. Ein Grund ist, dass in der Buchhaltung z.B. der Umsatz bereits mit der Buchung erfasst wird. Liquiditätswirksam ist der gebuchte Umsatz nur, wenn ein Kunde z.B. bar oder mit Karte zahlt. Kauft er auf Rechnung mit Zahlungsziel ein, liegen zwischen Buchung und Geldeingang oft Wochen. Zahlen Kunden verspätet oder gar nicht, geraten auch gesunde Firmen schnell in eine ernsthafte Schieflage. Denn auch wenn es keine Einzahlungen gibt, fließt regelmäßig Geld vom Konto ab, da z.B. Mitarbeiter, Mieten oder Energie bezahlt werden müssen.

Konto wird auch von Geschäftsfällen tangiert, die in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) nicht vorkommen

Hinzu kommt, dass viele Unternehmer nicht bedenken, dass die Liquidität auch von Geschäftsfällen beeinflusst wird, die nicht in der GuV stehen, etwa Darlehenstilgungen, Investitionen, Steuernach- und -vorauszahlungen, Umsatzsteuer-Zahllast, Entnahmen/Einlagen von Gesellschaftern. Dann kommt es schnell dazu, dass ein Unternehmen zwar einen Gewinn erzielt, aber kein Geld auf dem Konto hat.

Beispiel: Ein Unternehmer hat laut GuV im letzten Monat einen Gewinn von 50.000 EUR erzielt; das Konto befindet sich jedoch im Minus. Vom gebuchten Umsatz von 300.000 EUR gehen nur 200.000 EUR im laufenden Monat ein. Kosten sind in Höhe von 250.000 EUR entstanden, von denen 230.000 EUR direkt zu Kontoabflüssen führen. Hinzu kommen Auszahlungen für Tilgungen von 15.000 EUR und Steuernachzahlungen von 10.000 EUR.

Überblick über die voraussichtlichen Zahlungen der nächsten Monate verschaffen

Um mögliche Zahlungsengpässe frühzeitig erkennen und präventiv agieren zu können, benötigen Unternehmen eine Liquiditätsplanung. Denn selbst in kleinen Firmen ist es unmöglich, einen Überblick über die Kontobewegungen der kommenden Monate zu behalten. Schon in Kleinbetrieben gibt es monatlich mehrere hundert Geschäftsfälle, die die Liquidität beeinflussen. Eine Liquiditätsplanung umfasst mindestens einen Zeitraum von 1 Jahr, für den die Ein- und Auszahlungen monatlich oder wöchentlich geplant und später mit den Istzahlen verglichen werden.

Grundstruktur der Liquiditätsplanung

I.

Einzahlungen (Geldzuflüsse)

 

Bankguthaben

+

Umsätze (Kontozugänge, keine Rechnungen mit Zahlungszielen)

+

Vermögensverkäufe

+

Einlagen von Gesellschaftern

+

Sonstige Einzahlungen, z.B. Spenden, Dividenden, Lizenzen, Pachten, Steuererstattungen

=

Summe Einzahlungen/Zuflüsse

II.

Auszahlungen (Geldabflüsse)

 

Materialkosten

+

Personalkosten

+

alle anderen Kosten, die zu Abflüssen führen (ohne Abschreibung, da diese nicht zahlungswirksam sind)

+

Steuern (Nachzahlungen, Vorauszahlungen, Umsatzsteuer-Zahllast)

+

Darlehenstilgungen

+

Entnahmen von Gesellschaftern/Dividendenzahlungen u. Ä.

+

sonstige Auszahlungen, z.B. Spenden, Lizenzen, Pachten

=

Summe Auszahlungen/Geldabflüsse

III.

Liquiditätsüberschuss/-unterdeckung (Differenz aus I + II)

IV.

Ausgleichsmöglichkeiten

 

Kontokorrentkredite

 

andere Kredite/Darlehen

 

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Schlagworte zum Thema:  Finanz- und Liquiditätsplanung, Liquiditätsmanagement

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